Mein Hund ist zu dick: Gesund abnehmen

Pit Bull Mischling zu dick

So mancher Hund hat ein paar Kilos zu viel auf den Rippen. Mit der richtigen Ernährung lässt sich das meist in den Griff bekommen.

Die Zahl der übergewichtigen Hunde in unseren Haushalten nimmt zu. Für den Erhalt ihrer Gesundheit und ein langes Leben ist es aber wichtig, die überflüssigen Kilos wieder loszuwerden. Sie haben entdeckt, dass Ihr Hund zu dick ist? Dann sagen Sie den überschüssigen Pfunden mit einigen Massnahmen und festen Fütterungsregeln den Kampf an.

Ist mein Hund zu dick?

Unsere Hunderassen unterscheiden sich teilweise erheblich in Körperbau und Grösse. Trotzdem können Sie mit ein paar Handgriffen herausfinden, ob Ihr Hund zu dick ist.

Legen Sie dazu einfach Ihre Hände locker auf die Rippen Ihres Hundes. Lassen sie sich ohne viel Druck nicht mehr ertasten und ist von oben betrachtet keine Taille mehr zu erkennen, dann ist spätestens jetzt der Zeitpunkt für eine Diät gekommen.

Warum das so wichtig ist? Übergewichtige Hunde leiden häufiger an bestimmten Erkrankungen als ihre normalgewichtigen Artgenossen. Auch die Lebenserwartung zu dicker Hunde verringert sich und sie sterben im Schnitt zwei Jahre früher als schlanke Hunde.

Eine Leitlinie zur Einschätzung, ob Ihr Hund zu dick ist, und eine ausführliche Erklärung zu den Ursachen und Folgen finden Sie in unserem Magazinartikel Ist mein Hund übergewichtig?

Hund zu dick: Unterstützung durch den Tierarzt

Sollten Sie vermuten, dass Ihr Hund zu dick ist, sollten Sie auf jeden Fall bei Ihrem Tierarzt vorstellig werden. Er kann am besten feststellen, ob und inwieweit Ihr Hund zu dick ist und mögliche gesundheitliche Ursachen ausschliessen. Danach wird er Ihnen eine gesunde Methode empfehlen, um Ihrem Hund zu helfen, schonend an Gewicht zu verlieren.

Zunächst werden das individuelle Zielgewicht und die Tagesration festgelegt. Die empfohlene Futtermenge basiert auf dem Idealgewicht des Tieres. Die Tagesration zu Beginn der Diät muss bei den nachfolgenden Kontrollen in Abhängigkeit von den individuellen Fortschritten und dem Gewichtsverlust angepasst werden. Das Ziel sollte es sein, das Gewicht Ihres Hundes, um ein bis maximal zwei Prozent seines Körpergewichts pro Woche zu reduzieren.

Was muss ich bei der Ernährungsumstellung beachten?

Um eine deutliche Reduktion der Energiezufuhr und somit die gewünschte Gewichtsabnahme zu erreichen, ist es oft nötig, nur die Hälfte der bisherigen Kalorien zu füttern.

Eine Friss-die-Hälfte-Diät (FdH) mit dem bisherigen Futter ist allerdings nicht zu empfehlen. Denn die Futtermittel sind darauf ausgelegt, einen Hund seinem Gewicht entsprechend mit allen essenziellen Vitaminen, Mineralien und Spurenelementen zu versorgen. Bekommt ein zu dicker Hund nur noch die Hälfte seiner Futterration, entstehen langfristig Mangelerscheinungen.

Eine andere negative Folge der FdH-Diät ist das fehlende Sättigungsgefühl, da der Magen des Hundes nie ganz gefüllt ist. Sein Bettelverhalten nimmt zu oder er fängt sogar an, Essen zu stehlen. Bei manchen Hunden entsteht sogar ein Protestverhalten, wie zum Beispiel Verlust der Stubenreinheit.

Stattdessen sollten Sie einen übergewichtigen Hund auf eine eine spezielle Reduktionsdiät umstellen. Bitte vergessen Sie aber eines nicht: Übergewicht, das über einen langen Zeitraum entstanden ist, verschwindet nicht innerhalb weniger Wochen. Eine Diät dauert Monate. Auch danach müssen Sie sich weiterhin an die meisten der ergriffenen Massnahmen halten, um zu verhindern, dass Ihr Hund erneut zunimmt.

Futter zum Abnehmen: Worauf sollte ich beim Kauf achten?

Gutes Hundefutter stammt von einem vertrauenswürdigen Hersteller, der die Futtermittelherstellung streng überwacht und Nährwerte sowie Inhaltstoffe für den Verbraucher ersichtlich macht.

Hat sich bei Ihrem Hund nur ein leichtes Übergewicht eingestellt? Oder ist er schon viel zu dick? In letzterem Fall lohnt sich der Griff zu einem speziellen, vom Tierarzt verordneten Diätfutter.

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Lightfutter vs. Reduktionsdiätfutter

Light-Futtermittel bezeichnet in der Regel das Futter einer Serie eines Herstellers, das die geringste Kalorienmenge hat. Diese sind sehr gut zur Gewichtskontrolle geeignet, aber meistens nicht ausreichend zum Abnehmen.

Spezielle Reduktionsdiäten, die als solche eindeutig gekennzeichnet sein müssen, haben nochmal einen deutlich geringeren Kaloriengehalt. Trotzdem sind diese Diäten auf die Bedürfnisse der zu dicken Hunde gut abgestimmt und enthalten alle wichtigen Nährstoffe, Vitamine und Spurenelemente.

Nassfutter aus der gleichen Diätlinie, ergänzend zum verwendeten Diättrockenfutter, hilft Ihnen darüber hinaus, einen besseren Sättigungseffekt zu erzielen. Durch den höheren Wassergehalt des Feuchtfutters können Sie grössere Portionen füttern und so den Magen Ihres Lieblings besser füllen.

Hoher Rohproteingehalt

Bei der Zusammensetzung eines geeigneten Futters für zu dicke Hunde ist vor allem ein hoher Gehalt an Protein wichtig. Ein Rohproteingehalt in der Trockensubstanz von 30 bis 40 Prozent im Trockenfutter und neun bis zwölf Prozent im Nassfutter hat sich bewährt. Dieser macht das Futter für den Hund nicht nur schmackhaft. Er fördert zudem einen gezielten Fettabbau bei einem gleichzeitigen Erhalt der Muskulatur und erhöht das Sättigungsgefühl.

Niedriger Rohfettanteil

Fett dagegen ist der grösste Kalorienlieferant. Pro Gewichtseinheit enthält es 2,5-mal so viel Energie wie Proteine und Kohlenhydrate. Es sollte deshalb nur in geringen Mengen enthalten sein.

Auf der anderen Seite darf das Futter auch nicht zu wenig Fett haben, damit die Versorgung mit essenziellen Fettsäuren und fettlöslichen Vitaminen nicht gefährdet wird. Gut geeignet ist ein Futter mit acht bis zehn Prozent Rohfettanteil beim Trockenfutter und vier Prozent beim Nassfutter.

Erhöhter Rohfaseranteil

Zusätzlich ist ein höherer Rohfaseranteil von zehn bis fünfzehn Prozent im Trockenfutter und zwei bis drei Prozent im Nassfutter sinnvoll. Rohfasern – also Ballaststoffe – erhöhen das Futtervolumen und sorgen für ein schnelleres Sättigungsgefühl. Ausserdem unterstützen einige der Fasern die Darmgesundheit und stabilisieren die gesunde Darmflora.

Was nutzen die Zusatzstoffe?

Auch Zusatzstoffe wie die Aminosäure L-Carnitin können den Erhalt des Gewichts positiv beeinflussen. Denn L-Carnitin regt die Fettverbrennung im Körper an. Entzündungshemmende Omega-3-Fettsäuren im Diätfutter sorgen zudem dafür, dass der Blutzuckerspiegel stabil bleibt.

Futtermenge: Wie füttere ich einen zu dicken Hund richtig?

Der Hauptgrund, weshalb Hunde zu dick werden, ist eine zu grosse Futtermenge. Das geht häufig mit zu zahlreichen Belohnungen und Leckerbissen einher. Daher ist es erforderlich, sich für eine Gewichtsreduktion (Gewichtsabnahme) unbedingt an die vorgegebenen Futtermengen halten.

Wenn Sie für die Abmessung des Trockenfutters nur mit einem Messbecher arbeiten, ist die Futtermenge meistens schon zu hoch – oft sogar bis zu zwanzig Prozent. Denn insbesondere bei kleinen Hunden können schon zehn Körner Trockenfutter zu viel dazu führen, dass dieser nicht nur nicht abnimmt, sondern weiter zu nimmt. Wiegen Sie das Futter deshalb mit Hilfe einer Küchenwaage ab.

Begrenzen Sie ausserdem die Anzahl der täglichen Leckerlis und Kauartikel für Ihren Hund. Sie können die Kalorienzufuhr erheblich erhöhen. Insgesamt sollten die Belohnungen nicht mehr als zehn Prozent der errechneten Tages-Kalorienmenge ausmachen. Ausserdem müssen sie unbedingt von der täglichen Futterportion abgezogen werden.

Tipp: Damit Sie Ihrem Liebling trotzdem noch genauso viele Leckerlis geben können wie zuvor, machen Sie aus ihnen einfach ganz kleine Happen. Dem Hund ist die Gröss egal!

Darüber hinaus sollten Sie darauf achten, dass Ihr Hund kein Essen mehr vom Tisch bekommt. Menschliche Lebensmittel haben einen hohen Kaloriengehalt und decken oft schon einen grossen Teil des Tagesbedarfs eines Hundes. Sechzig Gramm Käse beispielsweise decken schon 23 Prozent des täglichen Kalorienbedarfs eines 20 Kilogramm schweren Hundes.

Hund zu dick: Bewegungstherapie nicht vergessen

Zum Abspecken sollten Sie unbedingt auf das gewohnte Hundefutter verzichten und Ihren Hund schrittweise an ein spezielles Diätfutter gewöhnen. Die Nahrungsumstellung allein kann allerdings noch nicht den gewünschten Erfolg bringen.

Zusätzlich müssen Sie für ausreichend Bewegung Ihres Vierbeiners sorgen. Ein Fitnessprogramm für den Hund sorgt für einen erhöhten Energieverbrauch. Überflüssige Fettpolster werden ab- und neue Muskeln aufgebaut.

Wichtig ist es, das Training an das Konditionslevel des Hundes anzupassen. Für den Anfang hat sich Bewegung im Wasser oder auf weichem Boden bewährt, um die Gelenke zu schonen. Steigern Sie dabei langsam die Dauer der Aktivitäten.

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Bewegung im Wasser schont die Gelenke, baut die Muskulatur auf und kühlt bei warmen Temperatur ab.

Hilfsmittel für leichteres Abnehmen

Für die Fütterung mit Nassfutter eignen sich Anti-Schling-Näpfe. Damit werden Hunde gezwungen, langsamer zu fressen. Dadurch setzt wiederum das Sättigungsgefühl früher ein und hält auch über einen grösseren Zeitraum an. Gleichzeitig sind die Hunde länger beschäftigt und damit langfristig zufriedener.

Ausserdem können Sie die Zufriedenheit Ihres Hundes mittels eines Snackballs oder anderen Intelligenzspielzeugen erhöhen. Diese lassen sich alle mit einem Teil der abgewogenen Trockenfutter-Tagesration befüllen und beschäftigen so den Hund. Gleichzeitig hat dieser mehr Bewegung und verbraucht wieder einen Teil der aufgenommenen Kalorien.

Damit Sie nicht auf eine Belohnung Ihres Hundes mit Leckerbissen verzichten müssen, können Sie auf kleingeschnittenes Gemüse wie Karotten, Gurken oder Apfelstückchen zurückgreifen. Gemüse hat den Vorteil, dass es für den Hund kaum verwertbare Kalorien enthält und trotzdem den Magen füllt. Gleichzeitig ist die Verweigerung dieser Belohnung für Sie ein Zeichen, dass Ihr Hund sicherlich nicht hungrig ist!

Passen Sie am besten auch die Napfgrösse der Futtermenge an. In einer kleinen Schüssel sieht die erlaubte Ration deutlich mehr aus als in einer sehr grossen.

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