Welpen barfen

Golden Retriever Welpe frisst Knochen

Tipps für individuelle Ernährung

„BARF“ steht für „biologisch artgerechte Rohfütterung“ und hat als Fütterungsmethode in den letzten Jahren viele Tierfreunde überzeugt. Allerdings gilt es – beim erwachsenen Hund ebenso wie natürlich beim Welpen – einiges zu beachten, falls Sie sich für diese Art der Hundeernährung entscheiden. Im Folgenden geben wir Ihnen hierzu eine erste Orientierung. Bitte bedenken Sie aber, dass diese nicht das eingehende Beschäftigen mit Futterkunde ersetzen kann, falls Sie dauerhaft barfen möchten. Denn Barfen setzt immer ein grosses Know-how rund um Ernährung beim Tierhalter voraus.

Von der ersten Napf-Mahlzeit an barfen

Wenn der Welpe bei Ihnen zu Hause das Licht der Welt erblickt hat, können Sie bereits ab der fünften Woche ergänzend zur Milch der Mutterhündin leicht verdauliche Barf-Mahlzeiten anbieten. Es empfiehlt sich beispielsweise Rinderhack, das Sie mit einem hochwertigen Öl anreichern. Verzichten Sie in den ersten drei Lebensmonaten allerdings auf Leinöl, denn dies können Welpen noch nicht verdauen. Um die siebte Lebenswoche herum ist die Entwöhnung von der Hündin erfolgt – der Nachwuchs kann nun vollständig mit Barf-Nahrung versorgt werden. Reichen Sie ergänzend zum Fleisch gewolfte, rohe Knochen, um die Kalziumversorgung sicherzustellen. Der Welpe darf jetzt auch an rohen Knochen knabbern, was die Zahnpflege der frischen Milchzähne unterstützt.

Der Welpe zieht ein

Wenn der Einzug eines Welpen in Ihr Zuhause ansteht, gehen Sie in den ersten Tagen nach dem Umzug auf Nummer sicher, wenn Ihr Welpe das ihm bereits vertraute Futter bekommt. Futterumstellungen sollten immer vorsichtig und kleinschrittig erfolgen und der Einzug in ein neues Zuhause ist für den kleinen Vierbeiner schon aufregend genug. Hat der Züchter bereits rohes Futter gegeben, können Sie dies natürlich weiter so handhaben. In diesem Fall wird er Ihnen vermutlich einen Ernährungsplan als Orientierungshilfe mitgeben, an den Sie sich auch halten sollten.

Was kommt in den Napf?

Ein Welpe benötigt drei oder vier Rationen pro Tag. Als Faustregel bezüglich der Menge gilt: ein Welpe frisst täglich vier bis sechs Prozent seines Körpergewichts. Was kommt in den Napf? Die Nahrung sollte durchschnittlich zu 80 % tierischen und zu 20 % pflanzlichen Ursprungs sein. Wenn wir von einer Ernährung ohne Getreide ausgehen, besteht der pflanzliche Anteil aus rund 75 % Gemüse, der Rest aus Obst. Der Löwenanteil der tierischen Zutaten besteht aus Fleisch und damit aus gut verdaulichen Proteinen: Muskelfleisch macht gut die Hälfte aus. Dazu kommen dann 20 % Pansen oder Blättermagen und jeweils 15 % Innereien sowie 15 % Knorpel oder Knochen. Achtung: wer mit Getreide barft, reduziert den Obst-und Gemüse-Gehalt der Nahrung entsprechend und kommt dann ungefähr auf 20 % Obst und jeweils 40 % Getreide und Gemüse. Erhöhen Sie in diesem Fall den Anteil der Knochen/Knorpel leicht zugunsten des Pansens. Viele Barf-Freunde lassen ihren Vierbeiner einmal wöchentlich fasten – bei einem Welpen sollten Sie dies jedoch nicht tun, da er noch einen erhöhten Energiebedarf hat.

Mahlzeiten-Zusammenstellung

Bei einem rund 10 kg schweren Welpen einer mittelgrossen Rasse landen pro Tag rund 500 g Barf-Nahrung im Napf. Konkret wären davon 100 g pflanzlichen und 400 g tierischen Ursprungs. Im Detail könnte eine Mahlzeit bei einer getreidefreien Fütterung sich beispielsweise folgendermassen zusammensetzen: 75 g Gemüse, 25 g Obst sowie 200 g Muskelfleisch, 80 g Pansen, 60 g Innereien und 60 g Knorpel oder Knochen. Diese Auflistung macht deutlich, dass das Zubereiten einzelner Rationen recht umständlich sein kann. Darum hat es sich als praktisch erwiesen, gleich grössere Mengen wie ganze Wochenvorräte anzulegen. Wenn Sie die Wochenmengen berechnen und daraus die einzelnen Mahlzeiten zusammenstellen, können Sie durchaus auch ab und an eine ausschliesslich aus Obst und Gemüse gemischte Portion reichen, die nächste besteht dann aus reinem Fleisch etc. Wichtig ist die Ausgewogenheit innerhalb der gesamten Woche. Bei den einzelnen Komponenten gibt es zahlreiche Möglichkeiten: so kann in den Hundenapf einiges, was eher nicht auf dem menschlichen Speiseteller landet: Blättermagen, Euter, Herz, Leber, Lefzen, Luftröhre, Lunge, Niere, Pansen und Schlund sind neben dem Muskelfleisch hervorragend geeignet. Unter den Obstsorten können Sie bedenkenlos zu folgenden Früchten greifen: Äpfel, Ananas, Apfelsinen, Nektarinen, Bananen, Beeren, Birnen, Kiwis, Mangos und Pflaumen. Die Gemüsetheke hält ebenfalls eine grosse Auswahl bereit. Gerne gefressen werden Möhren, Sellerie, Spinat, aber auch gekochte Kartoffeln, Gurken und diverse Kohlsorten. Wenn Sie die Nahrung mit Eiern oder Milch ergänzen, so sind diese dem Bereich „Fleisch“ zuzuordnen. Es eignen sich Hütten- oder Frischkäse sowie Quark und Buttermilch.

Sinnvoll abrunden

Mit Kräutern und Futterzusätzen können Sie die Ernährung Ihres Welpen sinnvoll abrunden – hier gilt allerdings nicht die Devise „viel hilft viel“ – setzen Sie Futterzusätze mit Bedacht ein und lesen Sie sich die jeweiligen Fütterungsempfehlungen gründlich durch. Seien Sie insbesondere achtsam, wenn Sie mehrere Futterzusätze parallel verfüttern. Gut geeignet sind beispielsweise: Algenkalk, Seealgenmehl oder Spirulina. Öle und Fette wie speziell gemischte Barf-Öle oder Wildlachsöl mit wertvollen Omega-3- und Omgea-6-Fettsäuren komplettieren die Barf-Mahlzeiten bereits im Welpenalter.

Barf-Hilfe aus dem Fachhandel

Wer unkompliziert barfen möchte, der kann mittlerweile auf Barf-Komplettmenüs aus dem Fachhandel setzen, die aus frischem Fleisch und einem optimal abgestimmten Anteil Gemüse und Obst bestehen. Die tiefgekühlten, proportionierten Produkte können online bestellt werden und eignen sich nicht nur wunderbar für Barf-Neulinge, sondern können auch immer dann zum Einsatz kommen, wenn es schnell gehen soll. Auch auf Welpen abgestimmte Mischungen sind erhältlich. Ebenso bietet der Fachhandel reine Fleisch-Zusammenstellungen an, die Sie entsprechend mit Obst und Gemüse ergänzen können. Wer gemäss dem Barf-Prinzip belohnen möchte, kann seinem Hund beispielsweise Natursnacks anbieten.

Barf-Kompromisse

Wer über die nötigen Kenntnisse, einen ausreichend grossen Gefrierschrank und die entsprechende Zeit verfügt, der kann seinen Welpen problemlos barfen. Bedenken Sie allerdings, wer bei Bedarf die Versorgung im Krankheitsfall oder Urlaub äquivalent übernehmen kann. Es gibt mittlerweile alternativ zahlreiche Fertigfutter, die ebenfalls hohen Ansprüchen genügen – beispielsweise getreidefreie Nassfutter – und die unkompliziert sicherstellen, dass Ihr Hund mit allem, was er für ein gesundes Wachstum braucht, versorgt wird. Schliesslich sind vor allem Junghunde empfindlich bezüglich einer Über- oder Unterversorgung mit Nährstoffen. Natürlich können Sie auch dann, wenn Sie sich für Fertigfütterung entscheiden, „Teilbarfen“ oder ab und an „Barf-Mahlzeiten“ einbauen und Ihrem Vierbeiner mit Rohfleisch oder knackigen Möhren eine Freude bereiten. Wenn Ihr Welpe diese abwechslungsreiche Fütterung verträgt, ist dies eventuell ein alltagstauglicher Kompromiss für die Ernährung Ihres Gefährten.

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Robust, wachsam, begabt im Ziehen eines Wagens sowie im Treiben von Tieren und ein vielseitiger Hofhund, – das war zu Beginn des zwanzigsten Jahrhunderts das Zuchtziel für den Berner Sennenhund. Er stammt aus der Umgebung von Bern in der Schweiz, wo auch sein Beiname „Dürrbächler“ von einem Gasthaus bei Riggisberg im Kanton Bern seinen Ursprung hat. Man geht davon aus, dass Bernhardiner, Neufundländer und Schäferhund-Typen eingekreuzt wurden. Der Berner Sennenhund wiegt bei einer Schulterhöhe von bis zu 70 Zentimetern etwa 39 bis 50 Kilo (Rüden) oder 36 bis 45 Kilo (Weibchen). Damit gehören die Hunde zu den körperlich starken, kräftig gebauten Rassen, was sie in ihren alltäglichen Aufgabenbereichen auch gerne zeigen. Sie erreichen ein Lebensalter von 8 bis 10 Jahren, in einigen Fällen werden die Tiere auch deutlich älter. Das Fell der Berner Sennenhunde ist lang, weich und glatt und weist eine schwarze Färbung mit braunroten und weissen Abzeichen auf. Aufgrund des dichten Haarkleides macht ihnen heisses Wetter zu schaffen. Bei kühleren Temperaturen hingegen fühlen sie sich sehr wohl. Neben der Verwendung als selbstbewusster Bauernhofhund ergänzt der Berner Sennenhund aufgrund seines freundlichen, gutmütigen und menschenbezogenen Wesens jede Familie auf bereichernde Weise. Sein ausgeprägter Wachtrieb ohne Aggression sowie seine Eigenschaft, gut mit Kindern auszukommen, runden diese Wesensart ab. Lediglich Rüden können vor allem im eigenen Territorium gegenüber Geschlechtsgenossen ungehalten reagieren. Im Umgang mit Menschen reagiert der Hund absolut gelassen, indem er ruhig beobachtet und nur eingreift, wenn es wirklich nötig ist. Seine Reizschwelle ist dementsprechend äusserst hoch. Einen Jagdtrieb bringt der Berner Sennenhund so gut wie gar nicht mit, sodass er auch nicht zum Streunen neigt und nach einer guten Grunderziehung Freilauf problemlos möglich ist. Dies ist wichtig, da er viel Bewegung und Beschäftigung benötigt. Auch muss er den Sinn in Kommandos und Aufgaben, die man ihm gibt, sehen. Mit anderen Worten: ein Berner Sennenhund kann auch mal stur wirken. Für Aktivitäten, die Wendigkeit und Schnelligkeit abverlangen, ist die Hunderasse wenig geeignet. Für Zughundearbeiten, Rettungs- oder Fährtenausbildungen sowie in Einsatzbereichen, bei der vorausahnender Gehorsam erforderlich ist, kann er jedoch hervorragend eingesetzt werden. Ebenfalls sehr wohl fühlen sich die Tiere im Therapiebereich wie auch als Schulhunde.

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