{"url":"https://www.zooplus.ch/magazin/katze/katzengesundheit-und-pflege/bindehautentzuendung","title":"Bindehautentzündung bei Katzen: Symptome, Ansteckung & Behandlung","mag_id":403391,"is_single":true,"cat_name":"Katze","sub_cat_id":1722,"sub_cat_name":"Katzengesundheit und Pflege","cat_id":1547}
Ihr Büsi hat ein rotes Auge oder blinzelt oft? Wässrigen oder eitrigen Augenausfluss? Dann leidet es vielleicht an einer Bindehautentzündung. Was löst eine Konjunktivitis bei Katzen aus und ist sie ansteckend? In diesem Artikel erfahren Sie, wie Sie die Symptome einer Bindehautentzündung bei Ihrer Katze erkennen und behandeln können.
Wie gefährlich ist eine Bindehautentzündung bei Katzen?
Ernsthaft gefährlich ist ein entzündetes Katzenauge nicht. Allerdings ist eine Bindehautentzündung, die auch Konjunktivitis genannt wird, für betroffene Katzen meist mit Schmerzen und Unwohlsein verbunden. Eine chronische Bindehautentzündung kann allerdings im schlimmsten Fall zur Erblindung der Katze führen.
Insbesondere, wenn weitere Krankheitssymptome hinzukommen, sollten Sie nicht zögern, Ihren Tierarzt aufzusuchen.
Ursachen & Ansteckung: Wie entsteht eine Bindehautentzündung bei Katzen?
Eine Konjunktivitis bei Katzen kann verschiedene Auslöser haben. Man unterscheidet dabei in infektiöse und nicht-infektiöse Ursachen.
Infektiöse Ursachen
Zu den infektiösen Auslösern zählen Viren oder Bakterien. Gerade bei jungen Katzen ist eine Bindehautentzündung oft ein Anzeichen einer Infektion mit Katzenschnupfen. Hierbei handelt es sich um einen ganzen Komplex an verschiedenen bakteriellen und viralen Erregern. Meist zeigen betroffene Katzen neben der Konjunktivitis weitere Symptome wie:
Innerhalb des Katzenschnupfen-Komplexes lösen vor allem das Feline Herpesvirus (FHV-1) und das Bakterium Chlamydophila felis eine Bindehautentzündung aus. Sehr selten wird die Bindehautentzündung bei Katzen auch infolge eines Befalls mit Parasiten (Thelazia californensis, Thelazia lacrimalis oder Mikrofilarien) ausgelöst.
Wie überträgt sich eine Bindehautentzündung und ist sie für andere Katzen ansteckend?
Sind das Feline Herpesvirus oder das Bakterium Chlamydophila Auslöser für die Bindehautentzündung, werden sie durch eine Tröpfcheninfektion übertragen und sind für andere Katzen ansteckend. Sie verbreiten sich vor allem an Orten wie Tierheimen schnell, wo mehrere Katzen leben.
Kann sich eine Bindehautentzündung von Katzen auf Menschen übertragen?
Kann ich mich bei meiner Katze mit Bindehautentzündung anstecken? Eine durch Infektion ausgelöste Bindehautentzündung bei Katzen ist ansteckend und kann je nach Art des Erregers in seltenen Fällen auch auf den Menschen übertragen werden.
Kann sich meine Katze bei mir mit einer Bindehautentzündung anstecken?
Interessanterweise kann auch umgekehrt ein Mensch mit Bindehautentzündung diese auf eine Katze übertragen, da bestimmte Erreger zwischen Mensch und Tier übertragbar sind.
Nicht-infektiöse Ursachen
Neben Bakterien oder Viren können folgende Umstände eine Bindehautentzündung auslösen:
Bindehautentzündung bei der Katze: Wann muss ich zum Tierarzt?
Nicht immer ist eine ernste Erkrankung der Auslöser für eine Bindehautentzündung bei Katzen. Gesellen sich jedoch weitere Symptomewie Abgeschlagenheit oder Fieber hinzu oder verbessert sich der Zustand der Augen nicht binnen weniger Tage, sollten Sie einen Tierarzt aufsuchen.
Diagnose: Welche Untersuchungen führt der Tierarzt durch?
Zunächst führt der Tierarzt eine Befragung des Besitzers durch (Anamnese). So sammelt er Hinweise auf mögliche Erkrankungen und kann andere Erkrankungen mit ähnlichen Symptomen eventuell schon ausschliessen. Besonders wichtig sind Angaben zum Impfstatus der Katze, dem Auftreten weiterer Symptome oder dem Kontakt zu anderen erkrankten Tieren.
Nach der Anamnese erfolgt eine klinische Untersuchung, bevor der Tierarzt die Augen der Katze unter die Lupe nimmt. Die Augen werden genau auf Fremdkörper oder Fehlstellungen an den Wimpern überprüft. Des Weiteren entnimmt der Tierarzt wahrscheinlich eine Tupferprobe, um diese auf Bakterien oder Viren untersuchen zu lassen.
Zusätzlich kommt meist Fluoreszein zum Einsatz. Hierbei handelt es sich um einen grünlichen Farbstoff, der sich bei einem Schaden an der Hornhaut an dieser Stelle anreichert. Zusätzlich sieht der Tierarzt, ob der Tränennasenkanal der Katze durchgängig ist, wenn sich die grünliche Flüssigkeit nach kurzer Zeit an den Nasenlöchern zeigt. Der Tierarzt betäubt das Auge eventuell vor der Untersuchung.
Therapie: Wie kann man eine Bindehautentzündung bei Katzen (selbst) behandeln?
Welche Therapie für Ihre Katze infrage kommt, richtet sich nach der Ursache für die Bindehautentzündung:
Bei einer bakteriellen Infektion verschreibt der Tierarzt antibiotische Augentropfen für Katzen oder Augensalben, die mehrmals täglich verabreicht werden müssen. Sind Viren die Ursache, kommen entsprechend virostatische Medikamente zum Einsatz. Löst ein Fremdkörper die Entzündung aus, entfernt der Tierarzt diesen sorgfältig. Unter Umständen ist dafür eine Narkose notwendig. Anschliessend bekommt die Katze noch für ein paar Tage entzündungshemmende und die Regeneration fördernde Augensalben.
Welche Hausmittel helfen gegen Augenentzündungen bei Katzen?
Wichtig: Von einer Selbstbehandlung mit Hausmitteln bei infektiösen Bindehautentzündungen ist abzuraten. Zeigt Ihre Katze schwere Symptome, sollten Sie immer zum Tierarzt! Hausmittel sollten Sie ansonsten nur in Absprache als begleitendes Hilfsmittel anwenden – sie ersetzen keine tierärztliche Behandlung.
Eine sehr leichte Bindehautentzündung können Sie jedoch im Zweifel bis zum Besuch beim Tierarzt etwas lindern, indem Sie das Auge beispielsweise vorsichtig mit einem sauberen Tuch und lauwarmem Wasser reinigen. Dies nimmt ein wenig den Juckreiz und verschafft Ihrem Büsi Linderung. Homöopathische Tropfen gegen Bindehautentzündung sollten in Absprache mit dem Tierarzt nur bei milden Bindehautentzündungen und nur dann zum Einsatz kommen, wenn der Augenausfluss Ihrer Katze klar ist. Wird der Augenausfluss gelblich oder grünlich, hilft nur noch der Gang zum Tierarzt.
Warum soll man keinen Kamillentee bei einer Augenentzündung bei der Katze anwenden?
Keinesfalls sollten Sie Kamillentee oder Ähnliches zur Spülung der Augen verwenden! Die Partikel im Tee reizen die Augen der Katze nur noch mehr.
Wie hoch sind die Tierarztkosten für eine Bindehautentzündung bei Katzen?
Die Kosten für eine Behandlung der Augen Ihrer Katze hängen ganz davon ab, welche Untersuchungen notwendig sind und welche Therapieform Ihr Tierarzt empfiehlt.
Prognose: Wie lange dauert eine Bindehautentzündung bei einer Katze?
Die Dauer einer Bindehautentzündung bei Katzen variiert je nach Ursache und Behandlung, sie führt aber in der Regel zu keiner stärkeren Schädigung des Auges. Bei rechtzeitiger und angemessener Behandlung klingen die Symptome normalerweise innerhalb weniger Tage ab. Die vollständige Heilung dauert in der Regel höchstens wenige Wochen. Wichtig zu wissen ist jedoch: Manche Bindehautentzündungen können sehr langwierig sein und viel Geduld erfordern. Bei wiederkehrenden Fällen ist eine gründliche Untersuchung durch einen Tierarzt oder Augenspezialisten nötig, um die Grundursache zu ermitteln.
Die Prognose ist bei rechtzeitiger Behandlung generell gut. Nur in seltenen Fällen kann sich die Entzündung auf andere Teile des Auges ausbreiten. Dadurch steigt die Gefahr von Schäden am Auge und es besteht das Risiko, dass die Katze erblindet.
Kann eine Bindehautentzündung bei Katzen von alleine weggehen?
Nein, eine infektiöse Bindehautentzündung bei Katzen geht in der Regel nicht von alleine weg und sollte immer behandelt werden. Die richtige Behandlung durch einen Tierarzt ist unerlässlich, da nur so die genaue Ursache (Bakterien, Viren, Allergien etc.) festgestellt und die passende Therapie eingeleitet werden kann.
Die Bindehautentzündung bei Ihrer Katze wird nicht besser?
Sollten die Symptome nach begonnener Behandlung nicht innerhalb weniger Tage abklingen, ist ein erneuter Tierarztbesuch nötig.
Prophylaxe: Wie kann ich einer Konjunktivitis vorbeugen?
Das Eindringen von Fremdkörpern in das Auge Ihrer Katze lässt sich nur schwer vermeiden. Infektiösen Krankheiten dagegen können Sie mit prophylaktischen Massnahmen vorbeugen:
Kontakt zu erkrankten Tieren meiden: Isolieren Sie die erkrankte Katze von anderen Haustieren
Waschen Sie sich gründlich die Hände nach jedem Kontakt mit der erkrankten Katze
Verwenden Sie separate Handtücher und Pflegeutensilien
In der Schweiz gibt es ausserdem Impfstoffe gegen das Feline Herpesvirus, Chamydophila felis und andere Erreger des Katzenschnupfen-Komplexes. Lassen Sie Ihr Büsi deshalb regelmässig impfen.
An der Justus-Liebig-Universität Giessen wurde ich umfassend zur Tierärztin ausgebildet und durfte Erfahrungen in verschiedensten Bereichen wie die Kleintier-, Grosstier- als auch Exotenmedizin sowie Pharmakologie, Pathologie und Lebensmittelhygiene sammeln.
Seitdem arbeite ich nicht nur als tierärztliche Autorin, sondern auch an meiner wissenschaftlich geprägten Dissertation. Mein Ziel ist es, Tiere vor krankheitserregenden bakteriellen Erregern zukünftig besser zu schützen.
Neben meinem tierärztlichen Wissen teile ich aber auch meine eigenen Erfahrungen als glückliche Hundebesitzerin und kann so Ängste und Probleme als auch andere wichtige Fragen zur Tiergesundheit nachvollziehen und aufklären.
Das Hundealter lässt sich bekannterweise einfach herleiten: ein Hundejahr gleicht sieben Menschenjahren, wobei es hier auch auf die Rasse und Gewicht des Hundes ankommt. Wie lässt sich also das Katzenalter bestimmen? Und wie alt werden Katzen überhaupt? Ab welchem Alter gelten Katzen als Seniorenkatzen?
Es gibt wohl kaum etwas Niedlicheres auf der Welt als Katzenbabys. Doch leider finden nicht alle Kitten ein schönes Zuhause. Wenn sich Katzen unkontrolliert paaren und vermehren, ist für ihren Nachwuchs ein Leben im Elend quasi vorprogrammiert. Indem Sie Ihre Katze kastrieren lassen, beugen Sie daher unnötigem Leid vor. Wie eine Kastration bei Katzen abläuft, was es zu beachten gilt und wie sich die Sterilisation davon unterscheidet, haben wir für Sie zusammengefasst.
Coronaviren kommen nicht nur bei uns Tierbesitzern, sondern auch bei unseren felligen Vierbeinern vor. Im Gegensatz zu dem neuartigen Coronavirus des Menschen sind die Felinen Coronaviren (FCoV) der Katze jedoch schon seit vielen Jahren bekannt. Dazu zählt das Feline Enterale Coronavirus (FECV) und das deutlich bekanntere Virus der Felinen Infektiösen Peritonitis (FIPV). Letzteres verursacht die tödlich endende Feline Infektiöse Peritonitis (FIP), welche bei betroffenen Katzen zu Bauchfellentzündungen und Bauchwassersucht führt. Menschen, insbesondere Immungeschwächte wie Senioren und Kranke, leiden dahingegen unter grippeähnlichen Symptomen.