Milchtritt bei Katzen Dieser Artikel ist tierärztlich verifiziert

Milchtritt bei Katzen

Der Milchtritt ist ein instinktives Verhalten bei Katzenbabies: Er stimuliert die Milchabgabe beim Säugen.

Das instinktive Verhalten des Milchtritts ist nicht nur bei Katzen, sondern auch bei anderen Säugetieren bekannt. Was kennzeichnet allerdings den Milchtritt bei Katzen und was bedeutet es, wenn auch erwachsene Katzen dieses Verhalten zeigen?

Was ist Milchtritt bei Katzen?

Tritt Ihre Katze gemütlich einen Gegenstand oder in die Luft wie bei einer Massage, handelt es sich um den sogenannten Milchtritt. Typisch dafür sind die abwechselnden und gleichmässigen Bewegungen der Vorderpfoten – mit oder ohne ausgefahrenen Krallen.

Der Ursprung des Wortes “Milchtritt” ist einfach. Denn das gleiche Verhalten zeigen auch säugende Kitten, die die Milch instinktiv durch Bauchstösse bei der Katzenmutter zum Fliessen anregen wollen. Wegen dieses Bildes sprechen Tierärzte auch vom “Kneten” oder “Treten”.

Wieso sieht man Milchtritt auch bei erwachsenen Katzen?

Nicht nur Kätzchen, sondern auch erwachsene Katzen zeigen hin und wieder Milchtritt. Hierbei spielt es übrigens keine Rolle, ob Ihre Katze kastriert oder intakt ist. Auch ihre Herkunft scheint hier eine geringere Rolle zu spielen, da auch Wildkatzen dieses wohl angeborene Verhalten zeigen.

Warum sie dieses Verhalten allerdings bis zu einem höheren Alter an den Tag legen, ist noch nicht genau geklärt. Verschiedene Theorien spekulieren über dieses Verhalten:

1. Wohlbefinden

Manche vermuten, dass erwachsene Katzen den Milchtritt zeigen, wenn sie sich besonders wohlfühlen. Deshalb ist es besonders wichtig, dass Sie Ihre Katze jetzt nicht bestrafen, denn sonst verletzen Sie ihr gegenseitiges Vertrauen. Das Gleiche gilt übrigens auch, wenn Ihre Katze Sie selbst mit ihren scharfen Krallen massiert. Anstatt Ihre Katze von diesem Verhalten abzuhalten, versuchen Sie lieber, ein Kissen oder eine Decke dazwischen zu legen.

Mehr dazu finden Sie in dem Beitrag: Liebt meine Katze mich? 10 Zeichen, die es beweisen

Ein weiterer Grund für das Milchtreten bei erwachsenen Katzen könnte ihr Instinkt oder ihr Gedächtnis sein. So ist es möglich, dass sie sich in diesen Momenten an die behütete Kindheit erinnern und dies durch den Milchtritt verinnerlichen.

2. Gemütlichkeit

Etwas pragmatischer ist die Theorie der Gemütlichkeit. So könnte es auch sein, dass Ihre Katze durch das Treten lediglich ihr Katzenkörbchen so weich wie möglich machen will.

Ausserdem haben Katzen spezielle Duftdrüsen zwischen ihren Zehen, die einen beruhigenden Duft abgeben können. Diese Markierung könnte auch dazu beitragen, dass sich Ihre Katze an ihrem Schlafplatz besonders wohlfühlt und ihn als Revier kennzeichnet.

3. Meditation

Ähnlich wie das Schnurren kann auch das Milchtreten wesentlich zu einem Selbstberuhigungseffekt beitragen. Wenn Ihre Katze plötzlich häufiger tretelt als sonst, sollten Sie sich daher fragen, ob mit Ihrer Katze alles in Ordnung ist.

In diesem Fall sollten Sie sie genauer beobachten. Zeigt sie andere Verhaltensweisen, die sie sonst nicht an den Tag legt? Oder wirkt sie ängstlicher oder aggressiver als sonst? Wenn Sie diese Fragen mit “ja” beantworten können, sollten Sie vorsorglich Ihren Tierarzt aufsuchen.

Milchtritt bei Katzen © takashikiji / stock.adobe.com
Massierende Tritte mit den Pfoten kann ein Zeichen für Wohlbefinden sein.

Hinweis: Was ist beim Thema „Milchtritt bei Katzen“ zu beachten?

Wenn Ihre Katze häufig das Verhalten des Milchtritts an den Tag legt, könnte dies nach vielen Theorien ein Hinweis darauf sein, dass sie sich bei Ihnen besonders wohlfühlt.

Wenn Sie jedoch weitere Verhaltensänderungen oder sogar körperliche Abweichungen feststellen, sollten Sie unbedingt Ihren Tierarzt aufsuchen. Denn neben harmlosen Gründen wie Gemütlichkeit oder Rolligkeit einer Kätzin könnte das Treten auch auf eine ernsthafte Krankheit hinweisen. Sogar Stress infolge eines Umzugs oder tierischen Neuzugangs könnten Ursachen für vermehrten Milchtritt bei Katzen sein.

Fazit: Ist Milchtritt bei Katzen normal?

Zusammenfassend lässt sich sagen, dass es immer auf den Kontext ankommt, in dem Ihre Katze Milchtritt betreibt. Wenn Ihre Katze wohlauf ist und tief entspannt zu sein scheint, kann der Milchtritt ein Zeichen der Entspannung sein. Anders sieht es aus, wenn Ihre Katze aufgeregt und gestresst wirkt. In diesem Fall sollten Sie genau hinsehen und prüfen, ob es andere Gründe für dieses Verhalten gibt.


Franziska G., Tierärztin
Profilbild von Tierärztin Franziska Gütgeman mit Hund

An der Justus-Liebig-Universität Giessen wurde ich umfassend zur Tierärztin ausgebildet und durfte Erfahrungen in verschiedensten Bereichen wie die Kleintier-, Grosstier- als auch Exotenmedizin sowie Pharmakologie, Pathologie und Lebensmittelhygiene sammeln. Seitdem arbeite ich nicht nur als tierärztliche Autorin, sondern auch an meiner wissenschaftlich geprägten Dissertation. Mein Ziel ist es, Tiere vor krankheitserregenden bakteriellen Erregern zukünftig besser zu schützen. Neben meinem tierärztlichen Wissen teile ich aber auch meine eigenen Erfahrungen als glückliche Hundebesitzerin und kann so Ängste und Probleme als auch andere wichtige Fragen zur Tiergesundheit nachvollziehen und aufklären.


Beliebteste Beiträge
5 min

Liebt meine Katze mich? 10 Zeichen, die es beweisen

Die Katze zeigt aufgrund ihres tendenziell wechselhaften und geheimnisvollen Wesens mal mehr, mal weniger, wie sie ihren Besitzer liebt. Auch gibt sie es ihm manchmal auf subtilere Weise zu verstehen als Hunde das in der Regel tun. Der geneigte Katzenkenner vermag ihre Zeichen der Liebe aber trotzdem eindeutig zu erkennen. Je mehr Sie dabei Ihren Instinkten vertrauen – so, wie auch Ihre Katze das tut – werden Sie sehen und spüren, wie sehr Ihr Stubentiger Sie liebt.

3 min

Warum Katzen gut für unsere Gesundheit sind

Es gibt wohl kaum ein entspannenderes Geräusch als das Schnurren einer Katze. Und Katzenbesitzer werden bestätigen, dass ihnen das Zusammenleben mit den Samtpfoten guttut. Tatsächlich lässt sich diese Aussage wissenschaftlich bestätigen. Lesen Sie im Folgenden, warum Katzen gut für unsere Gesundheit sind.

12 min

Katze und Hund aneinander gewöhnen

„Sie verhalten sich wie Hund und Katze“: Wer dieses Sprichwort hört ahnt, dass Hund und Katze nicht gerade beste Freunde sind. Doch was ist wirklich dran an dem Mythos, dass Katze und Hund eingeschworene Feinde sind? Wo kann es zu Missverständnissen kommen? Gibt es Möglichkeiten, Katze und Hund im gleichen Haushalt wohnen zu lassen und können die Tiere dabei glücklich werden?