Ceylon

Ceylon Katze

Die Ceylon-Katze stammt, wie ihr Name schon vermuten lässt, aus dem bekannten Tee- Anbaugebiet, das seit 1972 Sri Lanka heisst. Auch in Italien erfreut sich die exotische Katzenrasse grosser Beliebtheit – wohl deshalb, weil sie auf Sri Lanka von einem italienischen Tierarzt entdeckt wurde.

In Italien wurde im Jahr 1988 sogar ein Club zu Ehren der Ceylon-Katze gegründet, der „Club Amatori del Gatto di Ceylon“. In Italien gibt es deshalb vergleichsweise viele Ceylon-Katzen.

Global betrachtet ist die Ceylon allerdings nicht sehr stark vertreten, und vor allem in Europa kommt sie insgesamt noch selten vor. Bestimmt wird sie aber noch viele Fans für sich gewinnen. Wir sind es auf jeden Fall jetzt schon.

Die Ceylon ist eine kurzhaarige Rassekatze. Ihr Fell ist seidig. Die einzelnen Haare sind dünn, und sie hat wenig Unterwolle.

Die Fellfarben der Ceylon reichen von gold bis sandfarben. Laut den heutigen Rassestandards sind aber grundsätzlich alle Farben erlaubt.

Das Fell der zahmen Ceylon-Katze erinnert an das der Wildkatze Sri Lankas, die die Bezeichnung Felis chaus trägt. Die Felis chaus wird auch als Rohrkatze oder Sumpfluchs bezeichnet und ist im Allgemeinen in asiatischen Feuchtgebieten ansässig.

Auch eine nahe Verwandte der Bengalkatze, die Rostkatze, lebt auf Sri Lanka. Es wird vermutet, dass diese beiden Katzenarten sich mit eingeführten Hauskatzen vermischt haben und auf diese Weise die Ceylon-Katze entstanden ist. Ihre wilde Herkunft ist der Ceylonesin bei all ihrem gezähmten Wesen noch anzusehen.

Pathetisch ausgedrückt, kann die einzigartige Fellfarbe der Ceylon auch Assoziationen an die Farbgebung ceylonesischer Teemischungen wecken.

Das Muster des Fells der Ceylon trägt die Bezeichnung „ticked-tabby“. Statt „ticked“ oder „getickt“ können Sie auch „agouti“ sagen – das ist von der Bedeutung her identisch.

"Getickt“ bedeutet, dass das einzelne Haar mehrfach hell und dunkel gebändert ist, was die Katze insgesamt einfarbig erscheinen lässt. Die getickte Zeichnung hat die Ceylon mit Katzen der Rassen Abessinier und Singapura gemeinsam.

Auf der Stirn trägt die Ceylon-Katze die sogenannte „heilige Kobra“, die Form eines „M“. Für diese Fellzeichnung wird die Katzenrasse von den Einwohnern Sri Lankas seit jeher verehrt. Sie gilt sogar regelrecht als heilig.

Die Statur der Ceylon ist zierlich, klein und kompakt, und sie hat einen leichten Bauchansatz. Ihr Körperbau ist feingliedrig und zugleich muskulös. Trotz ihrer recht zierlichen Anmutung können Katzen dieser Rasse tatsächlich bis zu stolze 10 kg auf die Waage bringen. Einige Ceylons wiegen allerdings auch ein für Katzen durchschnittliches Gewicht von 3 bis 5 kg.

Ihre Schultern sind breit, und ihre Brustmuskulatur ist gut entwickelt.

Eine äussere Besonderheit dieser Rasse sind ihre Beine: Ihre Vorderbeine sind etwas kürzer als die Hinterbeine.

Der Schwanz der Ceylon-Katze ist recht kurz und am Ansatz breit. Zur Spitze hin verjüngt er sich.

Ihre Pfoten sind klein und abgerundet.

Ihr Kopf ist mittelgross, die Schädeldecke leicht gerundet, die Stirn eher flach. Die Wangen sind leicht rundlich, die Nase ist eher kurz, das Kinn nicht sehr kräftig.

Die Ohren der Ceylon sind mittelgross bis gross. Sie setzen hoch am Kopf an und stehen relativ nahe beieinander. Am Ansatz sind die Ohren recht breit, an den Spitzen abgerundet.

Ihre Augen sind ziemlich gross und leicht schräg angeordnet. Die obere Linie der Augen ist mandelförmig, die untere Linie gerundet. Die Farbe der Augen ist gelbgrün.

Als charakteristisch gilt der verträumte Ausdruck in ihren Augen. Man könnte meinen, diese Katzen träumen von ihrer tropischen Heimat Sri Lanka.

Charakter

„Das aufrichtige und tolerante Benehmen der Ceylon-Katze erinnert an den Charakter der Einwohner der „strahlenden Insel“, die immer zu einem Lächeln und einer Liebenswürdigkeit bereit sind“, beschrieb ihr Entdecker Dr. Paolo Pellegatta das freundliche und ausgeglichene Wesen dieser Katzenrasse. Selbst Wildimporte der Ceylon zeichnen sich durch ihre freundliche Art und ihre Anpassungsfähigkeit aus.

Die Ceylon gilt überdies als selbstbewusst, kontaktfreudig, sehr lebendig, verspielt und mitteilsam. Auch ist sie sehr anpassungsfähig und kann sich so leicht auf unterschiedliche Wohnbedingungen einstellen. Aufgrund ihres Wesens eignet sich die Ceylon-Katze auch sehr gut für die Haltung in der Wohnung. Während sie auf der einen Seite sehr anhänglich und auf ihren menschlichen Mitbewohner bezogen ist, so braucht sie auf der anderen Seite allerdings auch viel Auslauf.

Bei all der Anpassungsfähigkeit dieser Katzenrasse sollten Sie sich immer vor Augen führen, wie die natürlichen Bedingungen in ihrer Herkunftsregion sind. Im Allgemeinen fühlen sich Ceylon-Katzen aber aufgrund ihrer grossen Flexibilität, wie zuvor beschrieben, auch in einer Wohnung wohl. Allerdings sollte ihr menschlicher Mitbewohner ihr unbedingt vielseitige Spielmöglichkeiten bieten und idealerweise jeden Tag einige Zeit für das gemeinsame Spielen einplanen. Auch der Mensch an der Seite der Mieze wird dabei viel Spass haben, denn die Lebensfreude der felinen Fellwesen überträgt sich unmittelbar.

Klettermöglichkeiten in Form von Kratzbäumen oder einer Kletterwand entsprechen einer artgerechten Haltung und sollten deshalb nicht fehlen. Sie tragen dazu bei, dass Ihre geliebte Katze ihrem Naturell entsprechend agieren kann. Das wiederum ist eine wichtige Bedingung für ihr Wohlergehen.

Aufgrund ihres geselligen Charakters versteht sich die Ceylon in der Regel sehr gut mit ihren Artgenossen und mit anderen Haustieren. Auch fremden Menschen gegenüber begegnen Katzen dieser Rasse zumeist sehr aufgeschlossen. Die Ceylon-Katze eignet sich gut als Mitglied einer Familie.

Geschichte und Zucht

Die Ceylon wurde im Jahr 1970 von dem italienischen Tierarzt Dr. Paolo Pellegatta auf Teeplantagen und in der Nähe antiker Tempel Sri Lankas entdeckt. Auf den ersten Blick war der Tierexperte und Katzenfreund begeistert von den charakteristischen Katzen Sri Lankas – und brachte einige Exemplare von ihnen in sein Heimatland Italien mit, um sie dort zu züchten.

Die Faszination für die Rasse liess den Italiener immer wieder nach Sri Lanka reisen, von wo er jedes mal neue feline Fellwesen nach Italien mit brachte. Die Namen der Katzen finden sich in den europäischen Stammbäumen wieder. Zu ihnen zählten zum Beispiel der Kater Karim und die beiden weiblichen Katzen Mango und Seila, die Dr. Pellegatta im Jahr 1987 von Sri Lanka mit nach Italien nahm.

1984 trat die Ceylon-Katze zum ersten Mal auf einer Katzen-Ausstellung in Erscheinung. Diese wurde in der italienischen Stadt Erba von der Ortsgruppe Lombardia der „FFI“ („Federazione Felina Italiana“) ausgerichtet.

Der italienische Fanclub der Ceylon-Katze „Club Amatori del Gatto di Ceylon“ betrachtete es als besonders wichtig, das auf Sri Lanka beheimatete Original dieser natürlich entstandenen Katzenrasse zu erhalten. Sogar Mitarbeiter der Botschaft Sri Lankas sind Ehrenmitglieder im italienischen Fanclub der felinen Fellwesen.

Was damals ausser der wundervollen Wesensart und den grossen Augen noch das Interesse des Italieners an der Ceylon-Katze weckte, war deren aussergewöhnliche Affinität zur Kokosnuss: „Bei meiner Ankunft liefen (die Katzen) mir entgegen, als wollten sie mich willkommen heissen. Zunächst war ich über diesen Empfang richtig erstaunt, aber später war das Rätsel gelöst: Mein Gastgeber hatte mir immer bei der Ankunft eine Kokosnuss angeboten, damit ich mich mit der frischen Milch erholen konnte. Die Katzen warteten nämlich auf die süsse Frucht, die ihr Herrchen abtrennte und ihnen gab. Diese für Katzen ungewöhnliche Vorliebe bezaubert und fasziniert mich immer noch.“

Ceylon-Katze Ernährung

Bei der Fütterung der Ceylon-Katze gelten im Grossen und Ganzen die gleichen Empfehlungen wie für andere Katzen. Katzen brauchen vor allem eine fleischreiche Ernährung: Trockenfutter oder Nassfutter oder gar BARF, es liegt an Ihnen (und Ihrem Tierarzt), sich zu entscheiden.

Wenn man bedenkt, dass die ceylonesische Katzenrasse ihrem italienischen Entdecker auch vor allem dadurch auffiel, dass sie gern Kokosnuss frass, so kann man sich fragen, ob es empfehlenswert ist, diese natürliche Ernährungsweise aus der Heimat der Ceylon-Katze ein Stück weit in den hiesigen Speiseplan des Haustigers zu übernehmen.

Auch in naturheilkundlich orientierten Ratgebertiteln zu Katzengesundheit wird mitunter empfohlen, seiner Katze als Form der natürlichen Vorbeugung gegen Wurmbefall ab und zu ein paar Kokosraspeln ins Katzenfutter zu tun. Vielleicht weiss die Ceylon-Katze instinktiv um diese präventive Wirkung und nascht auch aus diesem Grund gern von der Tropenfrucht. Ob Sie als potenzieller menschlicher Mitbewohner der Ceylon-Katze diese Anregung übernehmen möchten, bleibt natürlich Ihnen überlassen.

Zu beachten ist jedoch, dass Kokosraspeln als Parasiten-Prävention wirklich nur vorbeugend wirken, nicht etwa dann, wenn die Katze bereits von Würmern befallen ist. In solchen Fällen wenden Sie sich bitte an den Tierarzt Ihres Vertrauens.

Pflege

Die Ceylon ist im Allgemeinen sehr pflegeleicht, auch bedingt durch ihr kurzes Fell.

Allerdings freut sie sich, wenn Sie als ihr menschlicher Mitbewohner ihr Fell ab und zu mit einer Katzenbürste pflegen. Das stärkt auch die Bindung zwischen Mensch und Mieze.

Grundsätzlich aber ist sie autark, was ihre Fellpflege betrifft.

Als Katze, die aufgrund ihrer Herkunft aus einer tropischen Region Wärme liebt, freut sich die Ceylon über Liegeplätze, die diesem essentiellen Bedürfnis gerecht werden. Eine Heizungsliege oder eine wärmende Katzendecke kommen ihrem Wunsch nach Wärme sehr entgegen – gerade, wenn die Aussentemperaturen zum Kuscheln in der warmen Wohnung oder im Haus einladen.

Die Ceylon-Katze bringt von Grund auf eine recht gute gesundheitliche Konstitution mit.

Über genetische Defekte oder dergleichen liegen keine Berichte vor.

Um die Chancen zusätzlich zu erhöhen, dass Ihre geliebte Mitbewohner-Mieze möglichst gesund ist und bleibt, sollten Sie einmal im Jahr zur Routine-Untersuchung beim Tierarzt vorstellig werden. Auch wenn die Katze Zeichen von Unwohlsein äussert, die auf ein Krankheitsbild hindeuten, sollten Sie nicht zögern, mit ihr einen Tierarzt aufzusuchen. Denn eine zeitnahe Behandlung kann den Krankheitsverlauf verkürzen und die Heilung günstig beeinflussen.

Besonders empfehlenswert ist es, die Gesundheit der Katze durch Aspekte wie gute Ernährung und wärmende Liegeplätze ohne Zugluft zu begünstigen. Vorbeugung und Gesunderhaltung sind schliesslich noch besser als eine Behandlung, nachdem die Krankheit bereits eingetreten ist. Gänzlich vermeiden lässt sich aber eine Erkrankung bei einer Katze nicht immer, selbst bei der gesündesten und artgerechtesten Lebensweise.

Ceylon-Katze Kitten : Die Auswahl des richtigen Züchters

Grundsätzlich gilt die Maxime „Adopt, don’t shop.“ Wenn aber die Ceylon-Katze es Ihnen ganz besonders angetan hat und Sie den Entschluss fassen, eins oder mehrere dieser exotischen Exemplare zu sich nach Hause zu holen, so sollten Sie bei der Auswahl des richtigen Züchters sehr kritisch vorgehen.

Abzuraten ist von Online-Anzeigenmärkten, in denen vermeintliche Rassekatzen angeboten werden. Hier handelt es sich in aller Regel nicht um seriöse Züchter.

Im Fall der Ceylon-Katze gibt es Züchter, die mit dem Entdecker dieser bezaubernden Katzenrasse schon persönlich in Verbindung standen. Das könnte ein Indikator für Vertrauenswürdigkeit sein.

Einen empfehlenswerten Züchter erkennen Sie ausserdem daran, dass er Mitglied in einem eingetragenen Katzenverein ist. Zögern Sie nicht, den Züchter danach zu fragen.

Auch kann ein seriöser Züchter Ihnen den Stammbaum der Katze nachweisen und händigt Ihnen selbstverständlich eine Kopie des Stammbaums aus. Zudem gibt ein verantwortungsvoller Züchter die Tiere erst dann in ein neues Zuhause, wenn sie ein bestimmtes Mindestalter erreicht haben – in der Regel um die 16. Lebenswoche der Kitten. Wenn die kleinen felinen Fellwesen die Reise zu ihrem neuen Besitzer antreten, müssen sie bereits geimpft, entwurmt, kastriert und gechipt sein. Von einem vertrauenswürdigen  Züchter erhalten Sie zudem ein aktuelles Gesundheitsattest der kleinen Kätzchen.

Achten Sie auch auf Ihre Intuition. Wenn Ihnen etwas merkwürdig vorkommt, ist es das in aller Regel auch. Dann sollten Sie zunächst die Meinung eines Experten einholen.

Ob Sie nun eine Katze aus dem Tierheim oder eine Ceylon-Katze von einem vertrauenswürdigen Züchter zu sich nach Hause holen – wir wünschen Ihnen ganz viel Freude mit Ihrem neuen felinen Freund!

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