{"url":"https://www.zooplus.ch/magazin/hund/hundesport-spiel/wandern-mit-hund-abenteuer-im-alltag","title":"Wandern mit Hund: Ausrüstung & Tipps für tierische Abenteuer","mag_id":209323,"is_single":true,"cat_name":"Hund","sub_cat_id":1528,"sub_cat_name":"Reisen mit Hund","cat_id":1521}
Ob kleinere Wandertouren in der Umgebung, Tagestouren am Wochenende oder ein ganzer Wanderurlaub mit Hund: Wandern ist ein tierisch gutes Hobby für Mensch-Tier-Teams! Wie Sie sich auf die Wanderung mit Ihrem Vierbeiner vorbereiten, welche Ausrüstung Sie brauchen und was es alles rund ums Wandern mit Hund zu beachten gibt, haben wir für Sie zusammengefasst.
Fast jeder gesunde, ausgewachsene Vierbeiner kann sich mit Ihnen ins Wander-Abenteuer stürzen. Um längere Touren zu bewältigen, sollte Ihr Vierbeiner aber bereits Wandererfahrungen gesammelt haben.
Die folgenden Hunderassen eignen sich aufgrund ihrer Energie, Anpassungsfähigkeit und Trainierbarkeit besonders gut als tieriesche Wanderbegleiter:
Border Collie: Diese Rasse zeichnet sich durch aussergewöhnliche Energie, Ausdauer und Intelligenz aus, was sie zu idealen Begleitern für Wanderungen in unterschiedlichem Gelände macht. Ihre Gehorsamkeit und Sozialverträglichkeit machen sie zu angenehmen Wanderbegleitern, während ihre anpassungsfähige Natur es ihnen ermöglicht, sich verschiedenen Bedingungen anzupassen.
Labrador Retriever: Labradore sind bekannt für ihre Energie, Freundlichkeit und Anpassungsfähigkeit, was sie zu grossartigen Wanderbegleitern macht. Sie sind in der Regel stark und ausdauernd, was es ihnen ermöglicht, lange Strecken zurückzulegen und verschiedene Geländearten zu bewältigen. Ihre gesellige Natur und ihre Bindungsfähigkeit machen sie zu angenehmen Begleitern auf Wanderungen.
Rhodesian Ridgeback: Bekannt für ihre Unabhängigkeit, Stärke und Agilität, sind Rhodesian Ridgebacks in der Lage, lange Strecken zu bewältigen und sich in anspruchsvollem Gelände zurechtzufinden. Sie benötigen jedoch vom Welpenalter an Sozialisierung und Obedience Training, um ihre eigenständige Natur und Stärke zu kontrollieren.
Australian Shepherd: Diese Hunderasse zeichnet sich durch ein hohes Energielevel und Agilität aus, was sie zu idealen Begleitern für Wanderungen macht. Sie bauen eine starke Bindung zu ihren Besitzern auf und sind sozialverträglich und freundlich gegenüber anderen Hunden und Menschen, was das Wandern in Gruppen erleichtert.
Siberian Husky: Von Natur aus energiegeladen und unternehmungslustig, sind Siberian Huskys unermüdliche Wanderbegleiter, die gerne auf Abenteuer gehen und neue Orte erkunden. Sie sind kälteresistent und fühlen sich auf verschneiten Berggipfeln und bei kühlen Temperaturen wohl.
Jack Russel Terrier: Obwohl er klein ist, steckt der Jack Russel Terrier voller Energie, Antrieb und Intelligenz. Ursprünglich für die Jagd gezüchtet, sind lange Wanderungen ein Traum für diese Rasse, da sie ihre natürliche Neigung zur Bewegung und zum Erkunden erfüllen.
Diese Hunderassen sind energiegeladen, haben eine hohe Anpassungsfähigkeit und sind ideal für Wanderungen und andere Outdoor-Aktivitäten. Es ist jedoch wichtig, die individuellen Bedürfnisse und das Trainingsniveau jedes Hundes zu berücksichtigen.
Wer eine Tagestour oder gar einen Wanderurlaub mit Hund plant, sollte mit seinem Vierbeiner vorher bereits einige kürzere Wanderungen in der Umgebung gemeistert haben.
Mit folgenden Hunden ist Wandern nicht empfehlenswert oder nur eingeschränkt möglich:
Welpen und Junghunde
Welpen sollen keine weiten Strecken laufen. Darum sind Wanderungen mit mehreren Kilometern Wegstrecke für sie tabu. Wanderfans können ihren kleinen Vierbeiner aber in speziellen Hunderucksäcken mitnehmen und zwischendurch immer mal wieder kleine Strecken laufen lassen.
Junghunde können langsam an Wanderungen herangeführt werden. Erst ab einem Alter von einem Jahr sind in der Regel Touren ab fünf Kilometer Länge möglich. Bei grossen Rassen wie Deutschen Doggen sollten Sie Ihren Tierarzt aber vorher nach seiner Einschätzung fragen.
Alte und kranke Hunde
Ist ein Hund krankheitsbedingt geschwächt, sollte er keine lange Wanderung machen. Wie schaut es aber mit Arthrosen aus? Viele Vierbeiner mit Arthrose können ebene Strecken für eine lange Zeit gehen, doch Auf- und Abstiege machen Probleme. Wägen Sie gut ab, ob die Wanderung sich für Ihren Hund eignet, und fragen Sie im Zweifel den Tierarzt um Rat. Hechelt der Hund viel und fällt zurück, brechen Sie die Wanderung besser ab.
Hunderassen, die es lieber gemütlich mögen
Rassen mit kurzen Beinen und flachen Schnauzen, zum Beispiel Hunde vom Typ Mops, ermüden schneller oder haben öfter Probleme mit der Atmung. Wer beim üblichen Spaziergang schon schnell ins Schnaufen kommt, wird an einer Wanderung keine Freude haben.
Zu diesen Hunden zählen auch viele Bulldoggen wie die Englische Bulldogge oder die Französische Bulldogge, aber leider auch einige überzüchtete Bassets oder Pekingesen. Auch sie geniessen Outdoor-Abenteuer – aber lieber auf kleinen Strecken und mit vielen Pausen.
Checkliste fürs Wandern mit Hund: Welche Ausrüstung muss mit?
Wenn Sie den Wanderrucksack vor einer Tour mit Hund schnüren, ist auch einiges für den Vierbeiner einzupacken. Beim Wandern mit Hund sollte folgende Ausrüstung nicht fehlen:
Bitte beachten Sie: Unterwegs darf der Hund aus sauberen fliessenden Gewässern trinken. In stehenden Gewässern lauern jedoch Gefahren in Form von Giardien und anderen Krankheitserregern.
Was trägt der Hund beim Wandern?
Wählen Sie am besten Geschirr oder Halsband und Leine, die Sie leicht reinigen können. Beim Wandern im Gebirge ist ein Geschirr sicherer, denn im Notfall besteht bei einem Halsband Strangulierungsgefahr.
Ein Geschirr sollte atmungsaktiv sein und nicht an den Achseln einschneiden. Können Sie Ihren Vierbeiner nicht freilaufen lassen, ermöglicht eine Schleppleine ihm mehr Freilauf. Schleppleinen aus Biothane sind pflegeleicht und verknoten weniger schnell als Leinen aus Stoff.
Bevor Sie mit Ihrem Vierbeiner ins Abenteuer aufbrechen, sollten Sie einige wichtige Punkte berücksichtigen:
Sicherheit der Route: Stellen Sie sicher, dass die Wanderstrecke keine sehr engen Passagen oder Abschnitte mit Absturzgefahr beinhaltet. Auch Klettersteige sind für eine Wanderung mit Hund nicht geeignet, da sie seine Sicherheit gefährden können.
Wetterbedingungen: Gehen Sie nur bei angenehmen Temperaturen auf Tour und vermeiden Sie Wanderungen bei zu heissem Wetter. Vor allem im Sommer sollten Sie grundsätzlich kürzere Touren mit vielen Pausen bevorzugen, um Ihren Hund nicht zu überfordern und seine Gesundheit nicht zu gefährden.
Trainingsniveau des Hundes: Berücksichtigen Sie das Trainingsniveau Ihres Hundes und wählen Sie die Wanderroute entsprechend aus. Übermässige Anstrengung sollte vermieden werden, insbesondere bei untrainierten Hunden.
Pausen und Erholung: Planen Sie regelmässige Pausen ein, insbesondere bei längeren Wanderungen. Dies gibt Ihrem Hund die Möglichkeit zur Erholung und Vermeidung von Erschöpfung.
Gondel- und Sessellift-Fahrten: Falls Sie eine Gondelfahrt planen, informieren Sie sich im Vorraus, ob Sie Ihren Hunden mitnehmen können und ob ggf. ein Maulkorb erforderlich ist. Bei einer Fahrt im offenen Sessellift sollte Ihr Hund gut mit einem Geschirr gesichert werden, um Unfälle zu vermeiden.
Notfallvorbereitung: Nehmen Sie ein Erste-Hilfe-Set für Ihren Hund mit und informieren Sie sich im Voraus über die nächstgelegene Tierarztpraxis oder Tierklinik entlang Ihrer Wanderstrecke.
Wie lange kann man mit einem Hund wandern?
Wie lange Sie mit Ihrem Hund wandern können, hängt von verschiedenen Faktoren ab:
Trainingsstand: Gut trainierte Hunde, die gesund sind – insbesondere aktive, mittelgrosse und grössere Hunderassen – können in der Regel längere Strecken von 15 bis 30 Kilometer am Tag ohne Probleme wandern. Dazu gehören zum Beispiel Labrador Retriever, Golden Retriever, Australian Shepherd oder Siberian Husky. Untrainierte und kleinere Hunde sollten hingegen langsamere und kürzere Wanderungen von nur 5 bis 10 Kilometer unternehmen.
Alter und Gesundheit: Ältere oder kranke Hunde können und sollten nicht mehr so lange wandern wie jüngere und gesündere Hunde. Aber auch Welpen sollten nicht zu lange Strecken zurücklegen. Ihr Wachstum sollte vollständig abgeschlossen sein, um Knochen und Gelenke nicht zu belasten.
Wetterbedingungen: Bei hohen Temperaturen ist es wichtig, die Strecke kurz zu halten und ausreichend Pausen einzulegen, um die Belastung für den Hund zu minimieren und einen Hitzschlag zu vermeiden.
Grundsätzlich sollten Sie mit kürzeren Strecken beginnen und die Dauer der Wanderung mit Ihrem Hund behutsam steigern, um seine Kondition allmählich zu verbessern. Dabei sollten Sie stets seine Bedürfnisse und gesundheitliche Verfassung berücksichtigen. Lassen Sie sich im Zweifelsfall von Ihrem Tierarzt beraten, um die optimale Wanderdauer für Ihren Hund zu bestimmen.
Gefahren beim Wandern mit Hund vermeiden
So unbeschwert das Wandern auch sein mag – vor folgenden Gefahren beim Wandern mit Hund sollten Sie sich schützen:
Absturzgefahr im Hochgebirge
Steile Anstiege machen Vierbeinern meist nichts aus. Wer jedoch mit dem Hund hoch hinaus möchte, sollte sich vorab gut über die Streckenführung informieren.
Ausgesetzte Stellen über tiefen Abgründen oder leichte Kletterpassagen eignen sich nicht für klassische Wanderungen mit Hund. Hier ist die Absturzgefahr zu hoch. Aber auch bei einfachen Strecken kann ein Abgrund, den ein ungestümer junger Hund übersieht, zur Gefahr werden. Leinen Sie Ihren Hund im Zweifel lieber an.
Begegnungen mit Kühen
Immer wieder kommt es zu unschönen Begegnungen zwischen Kühen und Hunden. Denn auf Wanderungen in der Alpenregion gilt es oft, Weideflächen zu überqueren. Ein respektvolles Miteinander beugt Konflikten vor.
Aus Kuhsicht ähneln Hunde einem potenziellen Raubtier. Sehen Sie eine freilaufende Kuhherde, nehmen Sie Ihren Vierbeiner sofort an die kurze Leine. Durchqueren Sie das Weidegebiet zügig, aber ohne zu rennen. Machen Sie dabei einen grosszügigen Bogen um die Kuhherde.
Insbesondere bei Mutterkühen mit Kälbchen ist Vorsicht angeraten. Denn für die Kühe hat der Schutz ihrer Kälbchen oberste Priorität.
Verzichten Sie beim Kontakt mit Kühen auf:
lautes Rufen und Schreien
heftiges Gestikulieren oder Abwehrbewegungen mit den Händen
Anstarren von Mutterkühen oder Kälbchen
Annähern an Kälbchen
Hebt und senkt die Kuh ihren Kopf schnaubend mehrfach und geht in die Knie, ist dies ein Warnsignal, das Sie ernst nehmen sollten. Läuft die Kuh auf Sie zu, leinen Sie den Hund ab. Er wird sich ohne Sie besser in Sicherheit bringen können. Verlassen Sie zügig die Weidefläche.
Wild beim Wandern mit Hund
Dass Ihr Hund nicht hinter Wild herlaufen sollte, ist selbstverständlich. Hunde mit unkontrollierbarem Jagdtrieb gehören darum im Wald an die Leine. Mehr Freiraum bietet dabei eine Schleppleine, die Ihrem Vierbeiner ausgiebiges Schnüffeln erlaubt.
Bei freilaufenden Hunden sollten Sie diese rechtzeitig abrufen. Bleiben Sie aufmerksam. Erstarrt der Hund zur Salzsäule und blickt dabei konzentriert auf eine Stelle, hat er vermutlich etwas entdeckt.
Während der Brutzeiten im Frühling sollten die Vierbeiner auf den Wegen bleiben. Denn nicht nur bodenbrütende Vögel, sondern auch Rehkitze könnten im Walddickicht aufgeschreckt werden. „Der tut nix“ ist kein Gegenargument. Denn allein die Anwesenheit eines potenziellen Raubtieres bedeutet puren Stress für Kitz und Mutter.
Jede Wanderung ist ein kleines Abenteuer für Zwei- und Vierbeiner.
Mit dem Hund wandern – und die Natur schützen
In der Schweiz legt die kantonale Verwaltung fest, wann Hunde an die Leine müssen. Dabei können die Regelungen von Kanton zu Kanton sehr unterschiedlich sein. Jeder Hundehalter sollte sich über die jeweilig geltenden kantonalen Bestimmungen informieren. Eins ist jedoch einheitlich festgelegt: die Leinenpflicht während der Brut- und Setzzeit. Hier gilt in der Zeit von Anfang Mai bis Ende Juli eine generelle Leinenpflicht in Waldgebieten.
So finden Sie die richtige Wanderung
Wer einen schönen Wald oder einen Naturpark vor der Tür hat, kann einfach loswandern – es gibt viel zu entdecken! Eine schöne Tagestour macht in jeder Jahreszeit Spass.
Im heissen Sommer eignen sich Touren im schattigen Wald am besten – oder in der Nähe eines Sees, in dem sich Ihr Vierbeiner abkühlen darf. Achten Sie stets darauf, dass Ihr Hund nicht überhitzt und ausreichend trinkt. Planen Sie die Zeit für die Wanderung grosszügig ein und machen Sie unterwegs Rast. Der Weg ist das Ziel!
Informieren Sie sich vorab ausgiebig über Ihre Route, Schwierigkeitsgrade und Hundefreundlichkeit. Wander-Apps können Ihnen bei der Planung helfen.
Wanderurlaub mit Hund
Glücklicherweise gibt es immer mehr Unterkünfte wie Ferienhäuser und Hotels in allen Preisklassen, die Urlaub mit Hund ermöglichen. Möchten Sie ins Ausland reisen, sollten Sie auf zwei Dinge besonders achten: eine komfortable Anreise mit Vierbeiner und die Einreisebestimmungen des jeweiligen Landes.
Achten Sie bei der Auswahl der Urlaubsregion auch auf das Vergnügen für Ihren Hund. Ein Siberian Husky wird sich im Urlaub im „warmen Süden“ nicht wohlfühlen.
Besonders beliebte Länder für den Wanderurlaub mit Hund sind zum Beispiel Frankreich, Österreich und Italien. Hier gibt es jede Menge faszinierende Wandergebiete. Bedenken Sie allerdings die Einreisebestimmungen bei Auslandsreisen.
Ihr Hund sollte zum Beispiel über eine gültige Tollwut-Impfung verfügen. Wer weiter in den Süden reisen möchte, sollte vorher den Tierarzt kontaktieren. So können Sie einigen gefährlichen Krankheiten wie Ehrlichiose vorbeugen.
Wir wünschen Ihnen viel Freude auf allen Wanderungen mit Ihrem Hund!
zooplus Redaktion
Die zooplus Redaktion besteht aus einem engagierten Team mit langjähriger Erfahrung im Bereich der Tierhaltung: Luisa mit ihrem Schweizer Schäferhund Elyos, Laura, Julio und Florian. Zusammen mit einem grossen Netzwerk aus Tierexperten arbeiten wir daran, das zooplus Magazin zu einer vertrauenswürdigen Informationsquelle für alle Tierbesitzer und -liebhaber zu machen. Unser Ziel ist es, spannendes Wissen und relevante Informationen zur artgerechten Haltung von Haustieren bereitzustellen.
Dog Frisbee oder Dog Dancing – es gibt eine Vielzahl an Hundesportarten. Möchten Sie es mit Ihrem Hund etwas langsamer angehen, sollten Sie mal über Degility nachdenken. Denn dies ist die optimale Sportart für Hunde, denen Agility zu schnell ist:
Wer rastet, der rostet: Sport ist für die Gesundheit von Mensch und Hund gleichermassen wichtig. Doch Hundesport ist viel mehr als nur die Förderung der körperlichen Fitness. Er bedeutet Spass, Bewegung, Kopfarbeit, Wettkampf, Erziehung und soziale Interaktion zugleich. Doch welche Hundesportarten gibt es überhaupt? Und welcher Sport eignet sich für Sie und Ihren Hund am besten? Wir stellen Ihnen die bekanntesten Hundesportarten vor.