Bombay

Die Bombay ist eine immer noch sehr selten vertretene kurzhaarige Hauskatze. Vor allem in Europa ist sie die am wenigsten gehaltene Katzenrasse. So rar wie sie ist, so faszinierend ist sie auch. Die Bombay ist wie ein kleiner schwarzer Panther für Zuhause. Wenn Sie von den eleganten Grosskatzen fasziniert sind und gerne eine in der Version des Mini-Tigers bei sich auf dem Sofa hätten, ist die Bombay vielleicht genau die richtige Wahl für Sie. Denn sie wirkt zwar wie ein gefährlich schöner kleiner Panther, ist aber eine anschmiegsame Hauskatze. Im Zusammenleben werden Katzen dieser Rasse als äusserst angenehm beschrieben.

Aussehen

Die reinrassige Bombay-Katze zeichnet sich durch ihr lackschwarzes, sehr glänzendes und eng anliegendes Fell aus. Es weist keinerlei weisse Flecken auf.

Die “Cat Fancier’s Association” hat als Rassestandard grosse runde kupferfarbene Augen festgelegt. Verblasst die Augenfarbe der Katze mit dem Alter, so kann die Katze trotzdem eine Schönheit sein – aber eine Bombay ist sie dann nach strenger Auslegung der Rassestandards nicht. Weil die Augenfarbe “kupfer” sehr schwer zu erzielen ist, haben viele Bombay-Katzen goldene bzw. goldgelbe oder tiefgelbe Augen. Auch diese werden im Allgemeinen als Bombay akzeptiert. Kupfer ist aber die begehrteste Augenfarbe bei Katzen dieser Rasse.

Die ausdrucksvollen Augen dieser aparten Schönheit stehen eher weit auseinander.

Die tendenziell kleinen Ohren dieser aparten schwarzhaarigen Schönheit sind abgerundet, stehen weit auseinander und sind leicht nach vorne geneigt.

Der Kopf der Bombay ist durch den Einfluss der American Shorthair recht breit und rundlich. Ihre Schnauze ist relativ kurz. Am Übergang zur Stirn hat die Nase eine deutlich sichtbare Wölbung. Die Spitze der Nase ist ein wenig abgerundet. Der Nasenspiegel und die Augenränder sind schwarz.

Nach den Rassestandards ist nur eine Fellfarbe erlaubt. Demnach sollte das Fell der rassetypischen Bombay von der Haarspitze bis zur Haarwurzel tiefschwarz sein.

Nach der Auslegung mancher Züchter ist eine Bombay nur dann eine Bombay, wenn ihr Fell entsprechend den Rassenstandards tiefschwarz ist und ihr Stammbaum keine Burmesen mehr aufweist. Das allerdings ist ausgesprochen selten. Zwar haben Kitten dieser Rasse mitunter rostbraune Schattierungen, bei den adulten Artgenossen verschwinden diese aber.

Das Fell der Bombay ist kurz, liegt eng am Körper an und ist sehr seidig. Es hat so gut wie keine Unterwolle.

Von ihrer Statur her ist die Bombay mittelgross und dabei muskulös und sehnig. Gemessen an der geringen Grösse seines kompakten Körpers bringt der putzige Panther etwas mehr Gewicht auf die Waage, als man bei der recht grazilen Erscheinung auf den ersten Blick vermuten könnte. Katzen dieser Rasse wiegen um die 4kg, Kater erreichen ein Gewicht von ungefähr 5 kg.

Beine und Schwanz der Bombay sind mittellang.

Charakter

Die Bombay ist sensibel, intelligent, verspielt, sehr verschmust, anhänglich, anschmiegsam und auf ihren Menschen bezogen. Weil ihr Bezug zu ihren menschlichen Mitbewohnern so ausgeprägt ist, wird sie nicht gern über mehrere Stunden allein gelassen.

Diese menschenbezogene Mieze schätzt Familienanschluss bzw. sucht die Aufmerksamkeit ihres Halters und folgt ihm teils auf Schritt und Tritt. Gern zeigt sie ihm auch, wo ihr Fressnapf steht. Und nachdem ihr menschlicher Mitbewohner diesen mit Futter gefüllt hat, legt sie sich gern bei ihm auf den Schoss, weil sie seine Nähe sucht. Sie möchte ein vollwertiges Familienmitglied sein und nimmt regen Anteil am Familiengeschehen. Als Familien-Katze eignet sie sich grundsätzlich ausgesprochen gut. Ein solches Leben entspricht ihrem Wesen mehr als das an der Seite eines einzelnen Menschen.

Bei all ihrer Anhänglichkeit und Anschmiegsamkeit hat die Bombay aber auch ein lebendiges Naturell und liebt es zu spielen. Dabei ist sie aber nicht ganz so wild und aktiv wie manche Katzen anderer Rassen.

Dennoch ist es wichtig, dass ihr Halter ihrem ausgeprägten Spieltrieb gerecht wird. Seine feline Freundin oder seinen felinen Freund mit einem Katzenspielzeug wie einer Katzenangel zu unterhalten, weckt bei dieser Katze viel Freude, und sie geniesst es, auf diese Weise menschliche Aufmerksamkeit zu erhalten. Und auch der menschliche Mitbewohner der Katze wird Spass daran haben, sich im gemeinsamen Spiel mit seinem kleinen schwarzen Panther zu beschäftigen.

Die Bombay umgibt sich gern mit Wärmequellen. Stellen Sie sicher, dass Ihre Mitbewohner-Mieze ein warmes Plätzchen hat, auf das sie sich immer zurück ziehen kann, wenn sie es möchte. Auf einer Heizungs- oder Fensterliege fühlt sie sich wegen der angenehmen Wärme bestimmt sehr wohl. Auch eine Katzendecke als Wärme spendende Unterlage ist Katzen dieser Rasse sehr willkommen.

Für die Wohnungshaltung eignet sich die Bombay gut, braucht aber viel Zuwendung und Aufmerksamkeit durch ihren Menschen, um sich wirklich wohl zu fühlen. Der menschliche Mitbewohner dieser Sofa-Version des Panthers sollte ihr diese Zeit auch widmen können. Die Bombay wird es ihm mit vielen intensiven Schmuseeinheiten danken.

Von ihrem Wesen her ist diese Katzenrasse sehr tolerant und verträglich und versteht sich daher gut mit Katzen, Hunden und Kindern. Diese Wesenszüge machen den schwarzhaarigen Stuben-Panther zu einem sehr geschätzten, wenn auch weiterhin selten vertretenen, Haustier.

Stimmlich äussert sie sich eher leise und dabei angenehm melodisch.

Geschichte und Zucht

In den 1950-er Jahren hatte die in Louisville, Kentucky lebende Katzenzüchterin Nikki Horner es sich zum Ziel gemacht, einen “Stuben-Panther” zu züchten. Sie kreuzte – zunächst erfolglos – schwarze Katzen der Rasse American Shorthair mit dunkelbraunen Burma-Katzen. Erst im Jahr 1965 gelang es Mrs. Horner, durch wiederholte Rückkreuzung in Richtung Burma eine Katze mit tiefschwarzem Fell und kupferner Augenfarbe zu züchten. Das war die Geburtsstunde der schwarzhaarigen Schönheit mit dem freundlichen Charakter – die die Züchterin nach der indischen Hafenstadt Bombay (heute Mumbai) benannte. Zuerst stellte Mrs. Horner allerdings fest, dass die Akzeptanz der Bombay nicht sehr gross war. Es dauerte bis 1976, bis die Bombay von der “Cat Fancier’s Association” der Championship-Status zugesprochen wurde – und drei Jahre später von der “International Cat Association”.

Die Bombay vererbt sich reinerbig, sollte aber zur Aufrechterhaltung der Gesundheit und zur Vermeidung von Inzest alle drei Generationen mit einer Ursprungsrasse quergekreuzt werden, weil der vorhandene Genpool limitiert ist.

bombay katze orange augen

Bombay-Katze Ernährung

Die Bombay kann zu Gewichtszunahme neigen. Gerade bei reinen Wohnungskatzen besteht bei dieser Rasse die Tendenz, dass Mahlzeiten aus reiner Langeweile zu viel Gewicht erhalten – und in der Folge manchmal auch die Katze. Auch unter diesem Aspekt ist es also wichtig, aktiv mit seiner Mitbewohner-Mieze zu spielen. Auch sollten Sie ihr Gewicht überwachen und bei der Ernährung ein paar Aspekte beachten. So sollte zum Beispiel der Kohlehydratanteil im Katzenfutter nicht zu hoch sein. Dieser führt nämlich dazu, dass Katzen zu viel Fett ansetzen. Wichtig sind hochwertiges Futter und eine individuell angepasste Futtermenge.

Pflege

Grundsätzlich handelt es sich bei Katzen dieser Rasse um pflegeleichte Fellwesen.

Das Fell der raren Rassekatze, das idealerweise pechschwarz und sehr glänzend ist, lässt sich mit wenig Aufwand in einem gepflegten Zustand halten. Um den Glanz zu erhalten, reicht es, wenn Sie es regelmässig mit einem Ledertuch leicht abreiben. Um den charakteristischen Glanz des Fells zu verstärken, können Sie es auch mit einer Gummibürste pflegen. Einen Einfluss auf den gesunden Glanz des Fells hat natürlich auch die ausgewogene Ernährung mit hochwertigem Katzenfutter.

Für ihre Krallenpflege und als Möglichkeit, ihr Revier olfaktorisch zu markieren, benötigt die Bombay einen Kratzbaum oder ein Kratzbrett. Ausserdem stretcht sie so ihre gut entwickelte Muskulatur.

Für die Zahnpflege eignet sich Trockenfutter, evtl. ergänzt durch Zahnpflegesnacks.

Um zu gewährleisten, dass Ihre geliebte Katze gesund bleibt, sollten Sie in regelmässigen Abständen beim Tierarzt Ihres Vertrauens vorstellig werden.

Weil die Bombay künstlich gezüchtet wurde, ist sie prädestiniert für manche rassetypischen Krankheitsbilder. Dazu zählt die Hypertrophe Kardiomyopathie. Dabei handelt es sich um eine erblich bedingte Erkrankung der Herzmuskulatur. Sollten Sie bei der Bombay Auffälligkeiten wie Atemnot oder gar einen Ohnmachtsanfall feststellen, so ist unverzüglich ein Tierarzt aufzusuchen.

Die ersten Stadien dieser Erkrankung verlaufen leider meist so unauffällig, dass sie unter Umständen von den Besitzern der Bombay unbemerkt bleiben. Damit eine solche Erkrankung gar nicht erst entsteht, ist es wichtig, den allgemeinen Gesundheitszustand der Katze durch die richtige Ernährung und andere gesundheitsfördernde Aspekte günstig zu beeinflussen.

Wegen ihrer Neigung zu Erkältungen, sollten Sie sicherstellen, dass die Bombay vor Zugluft geschützt ist und ein warmes Plätzchen hat, auf das sie sich zurückziehen kann.

Im Durchschnitt erreicht die Bombay-Katze ein relativ hohes Alter von 17 bis 20 Jahren.

Die Auswahl des richtigen Züchters

Unter den Züchtern dieser schwarzen Schönheit gibt es vereinzelt schwarze Schafe. Diese fallen zum Beispiel dadurch auf, dass sie in Online-Anzeigenmärkten “schwarze Bombay-Katzen ohne Stammbaum” oder aber vorgebliche “Bombay-Mischlinge” anbieten. Um solche vermeintlichen Schnäppchen sollten Sie jedoch einen grossen Bogen machen.

Die reinrassige Bombay ist weltweit, vor allem aber in Europa, weiterhin eine Rarität. Die Anzahl der seriösen Züchter, die diese Katzenrasse züchten, ist also gering.

Einen seriösen Züchter erkennen Sie daran, dass er Mitglied eines eingetragenen Katzenvereins ist. Ein vertrauenswürdiger Züchter kann Ihnen ausserdem den Stammbaum der Katze nachweisen, aus dem die felinen Vorfahren zurückverfolgt werden können. Der Stammbaum ist der einzige verlässliche Nachweis darüber, dass es sich bei dem kleinen Panther auch wirklich um eine reinrassige Bombay-Katze handelt.

Ein vertrauenswürdiger Züchter gibt die Katzen ausserdem nicht allzu früh in die Hände neuer Besitzer, sondern erst ungefähr um die 16. Lebenswoche. Die Tiere sollten bereits geimpft, entwurmt, kastriert und gechipt sein und über aktuelle Papiere inklusive Gesundheits-Attest verfügen, wenn sie in ein neues Zuhause kommen.

Manche Züchter übernehmen überdies eine lebenslange Patenschaft für die Tiere, die aus ihrer Züchtung kommen. D.h., sollten Sie einmal, aus welchen Gründen auch immer, nicht mehr für Ihre Mitbewohner-Mieze sorgen können, so können Sie das Tier zu jeder Zeit und unabhängig davon, welches Alter es bereits erreicht hat, zurück an den Züchter geben, sofern er das anbietet. Kann dieser die Katze dann nicht mehr integrieren, so hilft er zumindest gern bei der Neuvermittlung an vertrauenswürdige neue Besitzer.

Wir finden, die Wohnzimmer-Version des schwarzen Panthers ist absolut zum Verlieben – und wünschen allen, die sich für ein Leben in Gesellschaft dieser anschmiegsamen Familienkatze entscheiden, viel feline Freude!

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