Bahn frei für Zugreisen mit Hund

Bahn frei für Zugreisen mit Hund

Ob im Alltag oder Urlaub: Zugfahren ist für viele eine entspannte Möglichkeit, um von A nach B zu gelangen. Voraussetzung für einen genussvollen Ausflug ist für Bahnfahrende mit tierischem Reisegefährten nicht nur die fahrplanmässige Abfahrt, sondern auch ein gelassener, routinierter Vierbeiner. Lesen Sie im Folgenden einige Tipps zum entspannten Zugfahren mit Hund.

Vor der Fahrt gut informieren

Bevor Sie mit Ihrem vierpfotigen Begleiter ein Zugabteil betreten, sollten Sie sich nach den Beförderungsbedingungen erkundigen. Häufig ist es so, dass für alle Vierbeiner, die nicht mittels einer Transportbox – also quasi via Handgepäck und damit gratis – transportiert werden können, der halbe Ticketpreis zu entrichten ist.

In den Schweizerischen Bundesbahnen dürfen kleine Hunde in geeigneten Behältern ohne eigenes Ticket fahren. Als geeignete Behälter gelten neben Transportboxen auch Körbe. Ein Hund gilt als klein, wenn er eine Schulterhöhe von 30 cm nicht überschreitet. Der Behälter kann zwischen den Füssen oder auf dem Schoss transportiert werden, nicht aber auf einem eigenen Sitzplatz.

In manchen Ländern verlangen die Bahn-Unternehmen nur 10 Prozent des Fahrpreises für einen Erwachsenen. Lesen Sie bei eventuellen Spartickets das Kleingedruckte – manchmal zählt ein Vierbeiner bei Gruppenbillets als „ganze Person“. Es gibt auch extra Tickets für Hunde, wie die Hunde-Tageskarte. Reist Ihr Hund regelmässig mit Ihnen mit der Schweizerischen Bundesbahn, so lohnt sich das Hunde-Generalabonnement. Das Mitführen von Tieren in Wagen mit Gastronomie-Angebot ist untersagt. Ausgenommen sind Blindenführ- und Hilfshunde.

Meist reicht es nicht aus, ein Ticket in der Tasche zu haben – auch der Maulkorb muss mit. In einigen Ländern genügt es, ihn braven Hunden auf Verlangen des Zugpersonals anzulegen.

Maulkorbpflicht besteht in der Schweiz nicht in allen Regierungsbezirken, darum ist es gut, wenigstens einen dabei zu haben. Trotzdem sollten Sie sicherheitshalber vorher das Tragen des Maulkorbs üben und sich für ein gut sitzendes Modell entscheiden, in dem Ihr Reisegefährte auch problemlos hecheln kann. Ausgenommen vom grundsätzlichen Maulkorbzwang sind Blindenführhunde sowie Begleithunde schwerbehinderter Menschen, die zudem auch gratis mitfahren dürfen.

Zug um Zug gelassen

Am einfachsten ist es, wenn Sie bereits Ihren Welpen an das Fahren mit Bahn (und Bus) gewöhnen. Denn das bisweilen dichte Gedrängel sowie Hektik und die lauten Durchsagen an Bahnsteigen gefolgt von der Reise in dem riesigen Gefährt können auch gelassene Hunde unruhig machen, wenn Sie es nicht früh kennenlernen. Wichtig ist in jedem Fall: Strahlen Sie selbst Souveränität und Ruhe aus, dann merkt auch Ihr tierischer Reisebegleiter, dass keine Gefahr im (Ver)Zug ist. Zeigt Ihr Hund Unsicherheit, sollten Sie der Versuchung widerstehen, allzu beruhigend auf ihn einzureden – dies bestätigt ihn nur in dem Gefühl, dass überhaupt ein Anlass zur Sorge vorliegt. An Ein- und Ausgängen gehen Sie entschlossen voraus und demonstrieren so, dass Sie sich in einem sicheren Umfeld bewegen. Es kann bei einem unsicheren Hund hilfreich sein, ihn zu ruhigen Zeiten an das Bahnfahren zu gewöhnen und gegebenenfalls auf kleineren Bahnhöfen mit kurzen Strecken erste Erfahrungen zu sammeln. Fahren Sie beispielsweise gemeinsam mit einer Begleitperson raus ins Grüne und nehmen nach einem gemütlichen Spaziergang zwei Stationen mit der Bahn, nach denen Ihre Begleitung Sie samt Vierbeiner wieder abholt. Mit einem gesunden Leckerli während der ersten Fahrt können Sie Ihrem Vierbeiner die Fahrt zusätzlich attraktiv machen.

Allgemein gilt, dass Ihr Hund bereits einen guten Grundgehorsam beherrschen sollte, bevor Sie mit ihm im Zug auf Reisen gehen: „Sitz“, „Bleib“ und „Platz“ sowie „bei Fuss“ sind definitiv hilfreiche Ansagen. Eine gute Bindung zwischen Ihnen vereinfacht ebenfalls vieles – übernehmen Sie beispielsweise einen älteren und ängstlichen Hund aus dem Tierschutz, sollten Sie vor einer ersten Zugfahrt erst die Bindung stärken.

(Auch) In vollen Zügen die Fahrt geniessen: Tipps für die Reise

Treppensteigen sollten Sie mit grossen Hunden oder Welpen vermeiden, doch Gleiswechsel bedeuten meist auch ein Auf und Ab. Tragen Sie den Vierbeiner, wenn möglich, oder nutzen Sie in diesen Fällen den Fahrstuhl oder Behindertenaufgänge.

Auf dem Bahnsteig oder im Zug halten Sie den Hund immer an der kurzen Leine, so dass Sie ihn stets unter Kontrolle haben – auch wenn Sie beispielsweise auf einen weiteren Vierbeiner treffen, der durch den Zugwaggon tapst. Lassen Sie Ihren vierpfotigen Reisebegleiter zu Ihren Füssen „Platz“ machen – viele Hunde verschlummern hier in Ruhe die Fahrt. Achten Sie darauf, dass er dabei nicht im Gang liegt, damit die anderen Fahrgäste vorbeikommen und Ihr Vierbeiner vor versehentlichen Tritten sicher ist. Da es in den meisten Ländern nicht möglich ist, für Hunde einen Sitzplatz zu reservieren, müssen Sie in vollen Zügen gegebenenfalls flexibel sein. Reist Ihr Vierbeiner in einer Transportbox, passt diese im Idealfall auf Ihren Schoss, wenn ausreichend Platz ist, können Sie die wasserdichte Box auf dem Nachbarsitz oder Boden abstellen.

Entspannter reisen Sie, wenn die letzte Mahlzeit des Hundes vor Abfahrt rund 12 Stunden zurückliegt, damit Ihr Vierbeiner nicht in die Not kommt, sein grosses Geschäft auf Reisen verrichten zu müssen. Gehen Sie vor dem gemeinsamen Betreten des Zuges ausserdem in kürzeren Abständen Gassi, damit seine Blase möglichst leer ist. Neben dem Maulkorb beziehungsweise bei kleinen Hunden der Transportbox gibt es noch weitere sinnvolle Reise-Accessoires für die Bahnfahrt mit Hund – insbesondere wenn diese länger dauern. Hierzu gehören beispielsweise ein Reisenapf für Wasser oder eine Hundedecke, damit Ihr Vierbeiner komfortabel reist.

Wir wünschen Ihnen wunderbare Reisen mit Ihrem tierischen Gefährten!

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