Futterneid beim Hund: Was tun?
Manche Vierbeiner knurren aggressiv oder schnappen sogar zu, wenn sie fürchten, dass ihnen ihr Futter streitig gemacht wird. Warum hat ein Hund Futterneid? Und was hilft dagegen?
Sie senken Blutdruck, bauen emotionalen Stress ab und fördern unser soziales Wohlbefinden: Hunde haben eine beachtlich positive Wirkung auf uns Menschen. Diese Tatsache wird immer häufiger in Therapien, wie etwa der Sprach- und Ergotherapie, der Physio- oder Psychotherapie, genutzt. Doch was sind Therapiehunde eigentlich genau? Was müssen sie können und welche Hunde eignen sich für den Therapeuten-Job?

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Im Krankenhaus können Hunde Freude und Trost schenken.
Ob Spitäler, Tageskliniken, heilpädagogische Praxen, Seniorenheime oder Schulen: Der Einsatzbereich eines Therapiehundes ist vielfältig. Sein Zuhause ist und bleibt allerdings das Haus seines Besitzers, der oft auch als Therapeut oder anderweitig im medizinischen oder pädagogischen Bereich arbeitet. Dies unterscheidet ihn vom Assistenzhund, der als ständiger Begleiter dauerhaft bei Menschen mit körperlichen, geistigen oder seelischen Einschränkungen lebt.
Therapiehunde bilden zusammen mit ihrem professionellen Hundeführer ein enges Team und helfen in tiergestützten medizinischen Behandlungen psychisch oder neurologisch erkrankten Menschen. Allein durch ihre blosse Anwesenheit, oft aber auch durch ihre körperliche Zuwendung oder ihre erwartungsfrohe Aufforderung zum Spiel, können Therapiehunde den Heilungserfolg der Therapiesitzungen massgeblich unterstützen.
Anders als etwa Besuchshunde, bei denen es in erster Linie um offene Begegnungen zwischen Mensch und Hund und die Förderung sozialer Kontakte geht (ohne ein bestimmtes Therapieziel), sind Therapiehunde eng in einem geplanten Therapieverlauf integriert und werden von ihren Besitzern gezielt in der mehrwöchigen Behandlung eines Patienten eingesetzt. Natürlich ersetzen die Hunde nicht den menschlichen Therapeuten, allerdings können sie – wie in vielen Fällen bewiesen – den Behandlungserfolg positiv beeinflussen und fördern.
Als Hundefreund wissen Sie sicherlich schon lange, welch positive Wirkung Hunde haben können. Mittlerweile wurde dies auch in verschiedenen Studien wissenschaftlich bestätigt. Kein Wunder, dass immer mehr Therapeuten und medizinisches Fachpersonal Hunde zur Unterstützung ihrer Arbeit und des erhofften Heilungserfolgs einsetzen.
Ob bei der Behandlung von Depressionen, Angststörungen, Sprachproblemen, Lernstörungen und anderen physischen, psychischen oder neurologisch bedingten Einschränkungen: Therapiehunde werden mittlerweile in zahlreichen Bereichen eingesetzt und tragen dort auf vielseitige Weise zum Behandlungserfolg bei. Ihr Einsatzgebiet umfasst fast alle therapeutischen Bereiche, wie:
Therapiehunde begleiten ihre Besitzer zu verschiedenen Einzel- oder Gruppentherapiesitzungen und stehen den Menschen dort auf verschiedene Art und Weise zur Verfügung. Dabei unterscheidet man zwischen aktiven Therapiehunden, die die zu behandelnden Personen „aktiv“ zu etwas auffordern (etwa mit ihnen zu spielen), und reaktiven Therapiehunden, die eher abwartend auftreten und sehr empathisch auf die Befindlichkeiten der Patienten reagieren.
Bei ihrer Arbeit kommen die Hunde dabei mit sehr unterschiedlichen Menschen in Kontakt: Menschen, die Probleme haben, sich zu artikulieren, Menschen, die sich kaum oder seltsam bewegen oder Menschen, die hibbelig und nervös sind. Sie arbeiten sowohl mit Kindern, als auch mit Erwachsenen und Senioren und sind in der Lage, auf die verschiedenen individuellen Eigenarten der Patienten einzugehen.
Bei ihrer Arbeit als Therapiehunde sind die Vierbeiner in der Regel ausserhalb ihres Zuhauses und werden mit verschiedensten Situationen, Räumen, Gerüchen und medizinischen Apparaturen konfrontiert. Dies alles bedeutet in gewisser Weise Stress für den Hund, den er bei seiner Arbeit als Therapiehund aushalten muss.
Umso wichtiger ist es, dass die Arbeitsbedingungen stimmen: Denn auch ein Therapiehund ist und bleibt in erster Linie ein Hund. Als solcher hat er natürliche Bedürfnisse und braucht – wie alle Hunde – ausreichend Auslauf im Freien, einen engen Kontakt zu seinen Menschen und Spiel- und Begegnungsmöglichkeiten mit Artgenossen.
Selbst Hunde, die mit einer stoischen Ruhe scheinbar nur dafür leben, uns Menschen zu gefallen und zu helfen, brauchen ab und zu die Möglichkeit, sich zurückzuziehen und einfach nur „Hund zu sein“. Aufgrund der Stresssituationen empfehlen Experten, dass Therapiehunde nicht länger als 45 Minuten pro Tag und maximal dreimal in der Woche therapeutisch arbeiten. Natürlich hängt dies stark von den herrschenden Arbeitsbedingungen ab.
Wechselt sich der Hund mit anderen Therapiehunden bei der Arbeit ab, befindet er sich in einer sehr vertrauten Atmosphäre und kann sich zum Beispiel zwischendurch auf der Wiese mit anderen Hunden austoben oder zurückziehen, kann die tägliche Arbeitszeit auch ein wenig ausgeweitet werden. Spätestens nach zwei Stunden pro Tag sollte der Arbeitstag eines Therapiehundes jedoch enden.
Hunde vermitteln ein Gefühl von Wärme, Sicherheit und Geborgenheit – einfach nur, weil sie da sind. Die Anwesenheit eines freundlichen und offenen Hundes kann, wie Wissenschaftler herausgefunden haben, nachweislich unseren Blutdruck senken, Stress, Aggressionen oder Unsicherheiten reduzieren und deutlich zum Wohlbefinden beitragen. Doch wie machen Hunde das bloss? Hunde sind sehr empathisch und nehmen verschiedene Stimmungen häufig sehr genau wahr. Anders als wir Menschen werten sie dabei jedoch nicht.
Sie kritisieren nicht, urteilen nicht, machen uns keine Vorwürfe, haben keine Erwartungen und geben keine gut gemeinten Ratschläge. Sie nehmen die Menschen so wie sie sind, spenden ihnen Trost und geben Nähe – egal, wie sie aussehen, wie sie auftreten, wie sie sprechen oder sich bewegen. Gleichzeitig schütten wir Menschen beim Streicheln eines Hundes das Hormon „Oxytocin“ aus, auch Kuschel- oder Glückshormon genannt, das Menschen ruhiger, glücklicher und empathischer macht.
Wie kaum einem menschlichen Therapeuten gelingt es Hunden, Menschen aus der Reserve zu locken. Das kann anfangs ein kleines Lächeln von einem Patienten sein, der zuvor aufgrund seiner Beschwerden kaum noch zu freudigen Gefühlsregungen im Stande war, und kann schliesslich dazu führen, dass sich die Patienten im Verlauf der Therapie mehr öffnen, flüssiger sprechen oder plötzlich einen Arm bewegen, der vorher nur schlaff herunterhing.
Therapiehunde können auf sehr vielfältige Weise auf Menschen einwirken und können sowohl im psychologischen und sozialen als auch im physiologischen Bereich erstaunliche Erfolge erzielen. Dazu gehören:
Nicht jeder Hund ist zum Therapiehund geboren. Hunde mit einem ausgeprägten Dickschädel oder Hunde, die von Natur aus einen starken Schutz- und Wachtrieb besitzen und dadurch zuweilen aggressives oder territoriales Verhalten an den Tag legen, würden bei den betroffenen Patienten den Stress vermutlich eher erhöhen, als dass sie positiv auf sie einwirken könnten. Entscheidend für den Erfolg als Therapiehund sind Charaktereigenschaften wie ein offenes und freundliches Wesen, eine hohe Reizschwelle und niedrige Aggressionsbereitschaft – und diese Eigenschaften hängen entscheidend mit der Kinderstube des Hundes zusammen.
Im besten Fall beginnt die „Ausbildung“ zum Therapiehund also bereits im Welpenalter. Eine konsequente Erziehung und umfassende Sozialisierung sind für den späteren Einsatz als Therapiehund unerlässlich. Welcher Rasse der Hund angehört, ob er ein Mischling ist, wie gross oder klein er ist, ist hingegen eher unerheblich. Grundsätzlich kann also jeder Hund zu einem Therapiehund herangezogen werden – zumindest wenn die Voraussetzungen stimmen.
Ein friedfertiges und ruhiges Wesen ist für Therapiehunde natürlich unerlässlich. An Menschen hochspringen, sie anknurren oder laut bellen, an der Leine ziehen und nicht auf die Kommandos des Herrchens hören – das alles darf sich ein Therapiehund nicht erlauben. Stattdessen muss er sich ständig und überall streicheln lassen und darf auch bei etwas „grobmotorischen“ Berührungen oder beim Ziehen am Schwanz nicht nervös oder aggressiv werden. Folgende Eigenschaften sollte ein Therapiehund deshalb unbedingt besitzen:
Erfüllt ein Hund alle oben genannten Eigenschaften, spielt seine Rassenzugehörigkeit natürlich keine Rolle mehr. Nichtsdestotrotz gibt es bestimmte Hunderassen, die von ihrem Grundwesen her eher die Anlagen zu einem Therapiehund mitbringen als andere. Freundliche und menschenbezogene Gesellschafts- und Begleithunde oder ursprüngliche Arbeitshunde, die als Jagd-, Hüte- oder Gebrauchshunde jahrzehntelang für die Zusammenarbeit mit den Menschen gezüchtet wurden, eignen sich deshalb besonders gut. Dazu gehören zum Beispiel Rassen wie Malteser, Mops, Pudel, Border Collie, Deutscher Schäferhund, Berner Sennenhund, Australian Shepherd, Bernhardiner, Leonberger, Neufundländer, Beagle, Labrador oder Golden Retriever.
Die Zugehörigkeit zu einer dieser Rassen macht aus dem Hund natürlich nicht per se einen guten Therapiehund, denn noch wichtiger als die Herkunft sind eine gute Sozialisation, eine gute Erziehung und viele positive Erfahrungen. Auch wenn immer mehr Züchter eine zielgerichtete Zucht von Therapiehunden versuchen: Entscheidend ist immer das Individuum und wie sich der Welpe ab dem Zeitpunkt seiner Geburt entwickelt.
Egal ob nun Schäferhund, Collie oder Labrador – grundsätzlich gilt: Erwachsene Hunde, die bereits stark vorgeprägt sind, eventuell schlechte Erfahrungen mit Menschen gemacht haben und bei denen sich das ein oder andere unerwünschte Verhalten bereits manifestiert hat, werden wohl kaum noch zu einem erfolgreichen Therapiehund ausgebildet werden können.
In der Schweiz ist Therapiehund Schweiz ein Ansprechpartner rund um die Ausbldung von Therapiehunden. Voraussetzungen sind
Erfüllt ein Hund alle oben genannten Voraussetzungen und konnte dies in einer Prüfung unter Beweis stellen, steht seinem Weg zum Therapiehund nichts mehr entgegen. Und dabei macht er in Zukunft bestimmt nicht nur seine Patienten etwas glücklicher, sondern auch sich selbst – denn „gebraucht zu werden“ gibt auch Hunden ein gutes Gefühl.
Quellen
therapiehunde.ch
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