Selkirk Rex

Selkirk Rex Katze liegt

Das gelockte Fell ist das hervorstechendsten Merkmal der Selkirk-Rex-Katze.

Die Selkirk Rex Katze gehört zu den wenigen Katzenrassen, die lockiges Fell haben. Ihr aussergewöhnlicher Look in Kombination mit einem sanften Charakter führt dazu, dass sie die Herzen von immer mehr Katzenfreunden erobert.

Aussehen der Selkirk Rex

Das auffälligste Merkmal dieser Büsi ist das gelockte Fell. Dieses kann sowohl bei der Lang- als auch bei der Kurzhaarvariante vorkommen, muss es aber nicht. Denn bei der Kreuzung von Selkirk Rex mit Selkirk Rex können auch glatthaarige Nachkommen entstehen.

Kräftige Wuschelkatze

Die übrigen äusseren Merkmale teilen diese jedoch mit ihren gelockten Geschwistern: Die mittelgrosse bis grosse Rasse wiegt bis zu sieben Kilogramm und hat einen kräftigen Knochenbau. Damit ist die Selkirk-Rex-Katze die grösste unter den gelockten Katzen.

Ihr Kopf ist kräftig mit breiten Wangen, die runden Augen stehen relativ weit auseinander. Von der Seite aus gesehen ist ein Nasenstopp zu erkennen. Das Fell kann lang- oder kurzhaarig sein, wobei alle Farben inklusive Muster wie Tabby oder Point erlaubt sind.

Rex-Katzen: Von Tierschützern kritisiert

Neben der Selkirk-Rex-Katze gibt es weitere Katzen mit gelocktem Fell, das allerdings auf andere Genmutationen zurückzuführen ist. Hierzu zählen German Rex, Devon Rex sowie Cornish Rex oder die neue Rasse LaPerm.

Übrigens: Die Bezeichnung „Rex“ stammt aus der Kaninchenzucht. Dort bezeichnet man Kaninchen mit ähnlichem Fell als „Rexkaninchen“.

Die Zucht von Rex-Katzen ist dabei nicht frei von Kritik. Das gilt vor allem für Katzen, deren Schnurrhaare gelockt und dadurch kürzer sind. Tierschützer kritisieren, dass auf diese Weise die Funktion der Schnurrhaare als wichtiges Tastorgan der Katze eingeschränkt würde.

Wesen: Welchen Charakter hat die Selkirk Rex?

Die Selkirk-Rex-Katze ist, sofern sie aus einem seriösen Züchterhaushalt kommt, eine verschmuste und sehr menschenbezogene, freundliche Katze. Sie liebt die Gesellschaft ihres Menschen und fordert ihre Streicheleinheiten nachdrücklich ein.

Weil sie dazu neigt, ihrem Zweibeiner gerne überallhin zu folgen, wird sie auch liebevoll „Hundkatze“ genannt. Sie kommt in der Regel wunderbar mit Artgenossen zurecht und sollte, sofern sie in der Wohnung lebt, immer nur mit einer zweiten Katze gemeinsam gehalten werden. Wenn sie bereits als Kätzchen an vieles gewöhnt werden, passen die Vertreter der Rasse sich leicht an den Alltag ihres Menschen an und fürchten sich auch nicht vor dem Staubsauger oder Autofahrten.

Selkirk Rex katze
Die Bezeichnung Wuschelkatze trifft es ganz gut. Selkirk Rex haben ein ganz einzigartiges Fell.

Passt eine Selkirk Rex zu mir?

Eine Selkirk Rex Katze passt gut zu Ihnen, wenn Sie ihr kätzische Gesellschaft und ein samtpfotengerechtes Umfeld bieten können. Dann macht es auch nichts aus, wenn Sie mehrere Stunden täglich ausser Haus sind. Optimal ist ein durch ein Katzennetz abgesicherter Balkon oder sogar ein katzensicherer Garten, in dem Ihre Samtpfoten gefahrlos auf Entdeckungstour gehen können.

Wenn Sie Kinder haben, sorgen Sie dafür, dass Ihre Selkirk-Rex-Katze immer einen Rückzugsort hat, wenn es ihr zu viel wird. Denn viele Vertreter der Rasse schätzen es eher ruhig. Bringen Sie bereits Kleinkindern einen respektvollen Umgang mit den vierbeinigen Mitbewohnern bei.

Überlegen Sie vor dem Einzug zudem, wer die Betreuung im Urlaub übernehmen kann. Gut wäre beispielsweise ein Nachbar, der mindestens zweimal täglich vorbeischaut und neben Futter auch Streicheleinheiten verteilt. Wenn Sie Ihre Büsis in eine Katzenpension oder zu Bekannten geben möchten, empfiehlt es sich, dies bereits mit den jungen Katzen einzuüben – beispielsweise über ein Wochenende. Vor allem Katzenpaare, die von klein auf daran gewöhnt sind, haben damit in der Regel kein Problem und Sie können entspannt verreisen.

Sind Selkirk Rex für Allergiker geeignet?

Manche Katzen werden als „allergikerfreundlich“ beschrieben. Dazu zählt mitunter auch die Selkirk Rex. Tatsächlich reagieren einige Menschen, die gegenüber anderen Katzen allergisch sind, nicht auf die Selkirk Rex. Das heisst allerdings nicht, dass dies bei jedem Katzenfreund der Fall ist.

Gehen Sie daher auf Nummer sicher, bevor Sie ein Katzenpärchen bei sich einziehen lassen, und besprechen Sie Ihren Wunsch vorher mit Ihrem Arzt. Mit einem längeren Besuch beim Züchter und Haarproben der Katze, die Sie Ihrem Arzt zur Verfügung stellen, können Sie prüfen, ob Sie allergisch auf Ihre Wunschkatzen reagieren.

Grundausstattung: Was benötige ich für den Einzug meiner Selkirk Rex?

Während Sie auf Ihre neuen tierischen Mitbewohner warten, können Sie sich bereits auf sie vorbereiten: Sorgen Sie dafür, dass Ihre Selkirk-Rex-Katze alles hat, was sie braucht. Dazu zählen neben einem Kratzbaum an gut erreichbarer Stelle:

Es ist sinnvoll, sich neben dem recht hohen Anschaffungspreis von ein oder zwei Katzen auch die laufenden Kosten vor Augen zu führen, bevor man sich für neue tierische Mitbewohner entscheidet. Hinzu kommen ausserdem die Tierarztkosten für regelmässige Besuche zur Kontrolle. Im Krankheitsfall können diese nochmals rapide ansteigen.

Was muss ich bei der Pflege meiner Selkirk beachten?

Die Pflege des weichen Fells ist in der Regel unkompliziert – sowohl bei der Kurz- als auch bei der Langhaarvariante. Bürsten Sie Ihre Selkirk Rex Katze mindestens einmal wöchentlich durch. Während des Fellwechsels kann es häufiger notwendig sein. Wenn Sie sie bereits als Kitten daran gewöhnen, wird Ihre Selkirk Rex dies als angenehmes Ritual schätzen lernen.

Übrigens: Es kann bis ins Erwachsenalter dauern, bis Ihre Selkirk Rex das typische Lockenfell trägt. Oftmals sind heranwachsende Kitten sogar von Haarausfall betroffen, was allerdings meist kein Grund zur Beunruhigung ist. Sprechen Sie im Zweifel mit Ihrem Tierarzt oder Züchter darüber. Letzterer kennt diese Übergangszeit vermutlich von den Elterntieren.

Werfen Sie auch regelmässig einen Blick in die Ohren Ihres Büsi. Bei dicht behaarten Ohren sind Verschmutzungen oder drohende Entzündungen oft schwerer zu erkennen.

Insbesondere bei älteren Katzen sollten Sie ausserdem die Krallen regelmässig überprüfen. Denn wenn die Katze diese weniger am Kratzbaum wetzt oder sich auf zu weichem Boden bewegt, nutzen sie sich nicht gleichmässig ab. Zu lange Krallen können dazu führen, dass die Katze schmerzhaft hängenbleibt oder die Kralle sogar in den Pfotenballen einwächst. Kürzen Sie diese vorher mit einer Krallenschere, um Verletzungen zu vermeiden.

Was frisst eine Selkirk Rex?

Wie jede Samtpfote gehört auch die Selkirk Rex Katze zu den Beutefressern und benötigt eine Nahrung, die viel Fleisch beinhaltet. Ein ausgewogenes Nassfutter mit hohem Fleischanteil eignet sich gut, Ihrer Katze alle Nährstoffe, die sie benötigt, zukommen zu lassen.

Wenn Sie Ihre Samtpfote verwöhnen möchten, reichen Sie ihr gesunde Snacks wie gefriergetrocknete Fleischstücke. Insbesondere für Stubentiger kann es ein leckerer Spass sein, wenn Sie sie täglich etwas Trockenfutter selbst erarbeiten lassen: Beispielsweise in Form von Suchspielen oder mit einem Intelligenzspielzeug für Katzen. Auch für Clicker-Training können Sie gut zu einem gesunden Trockenfutter greifen.

Wichtig ist allerdings, dass Sie die Energiemenge hinsichtlich der Gesamtration für den Tag berücksichtigen. Wiegen Sie die erwachsene Selkirk Rex alle paar Wochen, damit Sie drohendes Übergewicht bemerken. So können Sie rechtzeitig reagieren, falls Ihre Katze zu dick wird.

Ihrem Büsi sollte ausserdem immer frisches Wasser zur freien Verfügung stehen. Besonders beliebt sind Trinkbrunnen für Katzen, die zum häufigeren Trinken motivieren können.

Wie alt wird eine Selkirk Rex?

Selkirk Rex gelten als gesunde Rasse und können ein Alter von 15 und mehr Jahren erreichen. Wie bei allen Rassekatzen ist es aber wichtig, dass sie von einem seriösen Züchter abstammen. Dieser sollte seine Tiere unbedingt auf typische Erbkrankheiten untersuchen lassen.

Im Falle der Selkirk Rex ist insbesondere der Test auf PKD (Polycystic Kidney Disease) sehr wichtig. Hierbei handelt es sich um eine Nierenerkrankung, die bei Persern und Britisch Kurzhaar gehäuft auftritt. Auch die Selkirk-Rex-Katze trägt ein Risiko dafür in sich. Denn viele Vertreter dieser beiden Rassen zählen zu ihren Vorfahren.

Halten Sie sich darüber hinaus an die regelmässigen Impftermine und besprechen Sie notwendige Entwurmungen mit Ihrem Tierarzt.

Woher stammt die Selkirk Rex?

Die Ursprünge der Selkirk Rex Katze liegen in einem Tierheim in den USA: Hier wurde 1987 ein Wurf Kätzchen abgegeben. Eines davon unterschied sich jedoch so sehr von seinen fünf Geschwistern, dass die Tierpflegerinnen staunten: Das Kätzchen hatte gelocktes Fell – inklusive welliger Schnurrhaare – und leuchtend grüne Augen. Es handelte sich um eine spontane Mutation des Fells.

Die Mitarbeiter des Tierheims informierten die Perserzüchterin Jeri Newman über den aussergewöhnlichen Schützling. Newman nahm die kleine Katze auf und nannte sie Miss Depesto of Noface. Als Miss Depesto ausgewachsen war, kreuzte Newman sie mit einem schwarzen Perserkater. Bald darauf konnte sie sich über sechs kleine Kätzchen freuen. Drei davon besassen glattes Fell, drei waren gelockt. Newmann nannte die neue Rasse Selkirk Rex.

In den folgenden Jahrzehnten hat sich die Selkirk Rex Katze langsam, aber zielstrebig entwickelt. Bis heute noch dürfen in manchen Verbänden kontrolliert Fremdeinkreuzungen anderer Rassen wie Britisch Kurzhaar oder Perser vorgenommen werden.

Die Locken werden übrigens autosomal dominant vererbt. Das heisst, auch mischerbige Vertreter der Rasse haben Locken. Kreuzt man jedoch zwei mischerbige Selkirk Rex, können Kitten ohne das Gen für gelocktes Fell daraus entstehen. Nur wenn ein reinerbiger Träger des Locken-Gens, also ein homozygotes Elternteil, beteiligt war, haben alle Kitten Locken.

Wo finde ich eine Selkirk Rex?

Schauen Sie sich bitte nicht in dubiosen Kleinanzeigen um, wo „Allergiekatzen“ günstig inseriert werden. Wenden Sie sich vielmehr an einen seriösen Züchter, wenn Sie nach einer Selkirk Rex suchen. Diese inserieren zwar auch teils über Kleinanzeigen, wählen sich aber die künftigen Halter ihrer Schützlinge sorgfältig aus. Schliesslich geht es um deren Wohlergehen und nicht ums schnelle Geldverdienen.

Kaufen Sie auch kein Kätzchen aus Mitleid. Denn die Nachfrage regelt das Angebot. Da Kitten viel von ihrer Mutter lernen, sollte ein Züchter sie nicht vor der 12. Woche, besser erst ab der 16. Woche abgeben. Sie sind dann stubenrein, mehrfach geimpft, vorsorglich entwurmt und kommen gechipt sowie mit einem passenden Impfausweis in ihr neues Zuhause.

Tipp: Falls die Katze auch etwas älter sein darf, schauen Sie auch im Tierschutz nach Ihrer Wunschkatze. Hier finden sich ab und an gelockte Schönheiten, die auf der Suche nach einem neuen Zuhause sind. Manche Tierschutzorganisationen konzentrieren sich auch auf Rassekatzen in Not. Wenden Sie sich an diese, wenn Sie im Tierheim vor Ort nicht fündig werden.

Wir wünschen Ihnen eine wunderbare Zeit mit Ihrer gelockten Schönheit!

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